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Sonntag, 10. August 2008, 20.30 Uhr

DFB-Pokal ;1. Hauptrunde

FC Rot-Weiss Erfurt

3:4

(1:2)

FC Bayern München

-

Steigerwaldstadion, Erfurt

 

1:1 Cannizaro

 

2:2 Bunjaku

 

3:3 Bunjaku

6'

22'

24'

47'

57'

67'

79'

0:1 Lahm 

 

1:2 Podolski

 

2:3 Klose

 

3:4 Kroos

Kapazität

:

20.000

Zuschauer

:

22.500

Gästefans

:

3.000

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Fotos/Bericht:  Frank Malsch / Peter Rademacher

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Ganz großes Kino ohne Happy End 

Ein Tag an dem Fußballgeschichte geschrieben wurde: Nicht für den großen FC Bayern, nein, für das Team des FC Rot-Weiß Erfurt. Trotz der langen Vereinstradition ist das Spiel vom gestrigen Abend wohl eines der bedeutensten, welches bisher im SWS ausgetragen wurde. Und was für eines, aus sportlicher Sicht! Trotzdem dass der Drittligist aus Erfurt sich dem Krösus des deutschen Fußballs am Ende mit 3 – 4 denkbar knapp geschlagen geben musste und somit in der ersten Runde des DFB-Pokals ausschied, war es ein Abend, welchen man nicht vergessen wird:

Der „Hype“ hatte mit der Auslosung zur ersten Runde des Pokals begonnen. Sonntagnachmittag, der 6.Juli, gegen 16:30. Der RWE bekommt den deutschen Rekordmeister und Championsleague-Gewinner Bayern München zugelost. Ein Traumlos für jeden unterklassigen Verein, sowohl sportlich als auch finanziell. Und der Kommerz wurde dann auch sofort zum Mittelpunkt aller Diskussionen, war es im Medienumfeld oder in den einschlägigen Fanforen: Was kann man finanziell rausschlagen, und und und...Vorschläge kursierten, man wolle umziehen ins Leipziger Zentralstadion, wegen der Kapazität. Eine regelrechte Hysterie brach aus! PRO und CONTRA-Aktionen und Umfragen in der Presse und im Internet. Glücklicherweise haben sich die Verantwortlichen besonnen und ließen Vernunft walten. Heimspiele nur im Steigerwald, hieß es! Und nur so konnte die richtige Entscheidung lauten. Danach begann dann der „Run“ auf die Eintrittskarten: Auch die Werrataler Jungs bekamen ein recht stattliches Kontingent von Stehplatzkarten zur Verfügung gestellt, welche dann auch weggingen wie „warme Semmeln“. Ich für meinen Teil durfte mich auch 4 Stunden vor dem Haupttor für eine Tribünenkarte anstellen! Die Eintrittspreise wurden verdoppelt, aber ich denke das war ok, was macht man nicht alles für den Verein. Auf jeden Fall besser als Leipzig. Und einige, die sich über ebay bereichern wollten, sind zum Schluss hin auch gewaltig auf die Fr*** gefallen. Recht so! Die Vereinsführung strotze nur so vor Tatkraft: 2 Zusatztribünen wurden installiert, eine gewaltige „Maracana“-Tribüne in der Nordkurve, und eine über die gesamte Länge vor die Tribüne! Und letztendlich „beherbergte“ das Stadion dann am gestrigen Abend knapp 24.000 Zuschauer. Es war einfach nur geil.

Entsprechend hektisch ging es dann natürlich ab Sonntagmittag in und um Erfurt zu. Ganze Fanmassen wälzten sich auf der Autobahn oder dem Schienenweg Richtung Landeshauptstadt. Einige Fanclubmitglieder machten sich schon nach dem Mittagessen auf. Die Parkplatzsituation rund um das Stadion war recht angespannt. Unverständlicherweise wurde das „Lingel“- Gelände diesmal nicht zum Parken geöffnet. Dementsprechend eng war die Parksituation dann auch, und nur wer rechtzeitig vor Ort war, bekam auch halbwegs vernünftig eine Stellmöglichkeit. Aber das nur so am Rande. Wir waren dann auch so gegen 19.00 Uhr im Stadion. Gerade noch rechtzeitig um das Starensemble des FC Bayern einmarschieren zu sehen. Das Stadion füllte sich langsam aber sicher, und der RWE-Countdown kurz vor Spielbeginn brachte das weite Rund dann das erste mal zum „kochen“. Auch einige „Erfolgsfans“ des deutschen Rekordmeisters hatten sich in den Gästeblock verirrt. Unter Ihnen wohl auch eine Handvoll Heinzeanhänger aus Lobeda, unschwer an den Schw**** RWE- Rufen zu erkennen. Aber steht man doch drüber!

Und dann ging es los, der RWE überraschend offensiv aufgestellt, ohne „Doppelsechs“, und mit einem echten Zehner in Person von Rockenbach. Das konnte man in der Form nicht erwarten. Die Bayern mit einer Vielzahl von verletzten Stammspielern und Superstars, trotzdem allemal erstklassig besetzt. Namen wie Klose, Podolski, Schweinsteiger und Lahm stehen für sich und verkörpern momentan die Elite des deutsche Fußballs. Man konnte gespannt sein wie die neuartigen Trainingsmethoden von Jürgen Klinsmann (Buddhafiguren und ähnliche Sachen sind da wohl im Spiel) wohl fruchten werden. Aber das alles war letztendlich vollkommen egal: Unsere Jungs konzentrierten sich voll und ganz auf sich selbst und Ihr eigenes Können und verlangten somit den Bayern alles Können ab. Dreimal konnte der RWE einen Rückstand egalisieren!!! Und dabei kochte der Steigerwald zusehens: Die Mannschaft wurde nach vorn getrieben, der Schiedsrichter nach einer kniffligen Situation, welche zum zwischenzeitlichen 1 – 2 für die Bayern führte, gnadenlos „niedergemacht“ (alles fair natürlich ;-)). So eine Stimmung hat man im Steigerwald bisher ganz selten erlebt. Ob Kurve, Tribüne, oder Zusatztribüne, ob „Schnittchenblock“ 7 oder das Marathontor, alle unterstützten unseren RWE (mal abgesehn von einigen „Querulanten“ im Gästeblock). Und diesen Support hat sich die Mannschaft ganz allein erspielt und verdient. Allen voran unser lange vermisster Goalgetter Albert Bunjaku, welcher in Halbzeit 2 ein sensationelles Comeback feierte. Auch wenn es am Ende nicht für die Sensation reichte: Gegen den FC Hollywood war es am Ende ganz großes Kino am Steigerwald! Und ganz Deutschland hat gesehen, das die bösen „Ossis“ auch anders können. Nämlich feiern ohne Ende, ohne Böller und anderes unnötiges Beiwerk, für das der deutsche Fußball-Osten verpönt ist. Das war DIE Werbung in eigener Sache. Einfach Klasse!

Zugegeben: Die Bayern haben insbesondere nach den Ausgleichstreffern bewiesen das Sie ein Spitzenmannschaft sind. Aber für eine Auftritt in Europa muss man sich noch gewaltig steigern. Es bleibt abzuwarten, ob Hr. Klinsmann nicht zur Jahreswende wieder unter der kalifornischen Sonne am Strand von Malibu sitzt und Löcher in den Himmel starrt. Das Eis in München ist dünn, und die Patriarchen dünnhäutig...

Aber was interessiert es uns! Wir sind der RWE, und nur das zählt.

PS: Nur ein Bruchteil dieser Leistungsbereitschaft und Spielfreude sollte ausreichen um am Freitag den FC Lobeda mit leeren Händen nach Hause zu schicken. Also Jungs, gebt Gas. Ihr dürft Euch und uns nicht enttäuschen. Und drauf habt Ihr es allemal...