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Freitag, 15. August 2008, 19:30 Uhr

3. Liga; 3. Spieltag

FC Rot-Weiss Erfurt

2:1

(1:1)

FC Carl-Zeiss Jena

-

Steigerwaldstadion, Erfurt

1:1 Semmer

 

2:1 Bunjaku

1'

27'

90'

 0:1 Loose (ET)

 

Kapazität

:

20.000

Zuschauer

:

15.700

Gästefans

:

3.500

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Fotos/Bericht:  Diana Reuter / Frank Malsch / Peter Rademacher

Die Nr. 1 im Land sind wir... 

Was würde wohl nach dem tollen, aber verlorenen Spiel gegen den deutschen Rekordmeister in der Liga passieren? Konnte die Mannschaft an Ihren furiosen Auftritt anknöpfen und den Schwung mitnehmen? Und im Liga-Alltag sollte gleich der nächste „Hammer“ folgen. Wie hatte es Karsten Baumann im Interview nach dem Pokalspiel auf die Frage nach dem wichtigsten Spiel des Jahres so trefflich formuliert: „Das wichtigste Spiel kommt in 5 Tagen...!“ Obwohl er es selbst noch nicht miterlebt hat!?  

Das Thüringen-Derby, gegen den Erzfeind von den Kernbergen, den FC Carl-Zeiss Jena...Und der Schock zu Beginn: 

Am letzten Freitagabend war es soweit. Die Heinze im SWS! Eigentlich war es nicht mehr zum aushalten. Jedes Spiel dieses Sommers ein weiteres Highlight, vorerst endend mit dem Klassiker. Nichts für schwache Nerven, Flutlicht, 15.000 Zuschauer... Und alle, ausschließlich alle RWE-Fans waren heiß auf die Partie. Das merkte man von Beginn an, und war eigentlich nicht zum aushalten. Soviel Euphorie, schon fast unheimlich! Während der gesamten Woche war von beiden Lagern via die Medienlandschaft bereits verbal genug „Öl“ ins Feuer gegossen. Da wurden alte Geschichten wieder aufgewärmt, Hypothesen aufgestellt und vieles mehr. Letztendlich merkte man dies auch im weiten Rund, die Stimmung war angeheizt und angespannt. Und sollte sich auch bald entladen! Im negativen Sinne für die Heimmannschaft, vorerst rein sportlich gesehen. Nach 38 Sekunden lag der Ball nämlich im Kasten von Dirk Orlishausen!!! Aber nicht der Gegner hatte Ihn dort untergebracht! Nein, Eigentor, eine astreine Coproduktion vom Keeper und Norman. Wobei letzterer dem Ball die entscheidende Richtung gab. Das konnte doch nicht war sein! Nach 38 Sekunden waren alle Fans des RWE sprachlos und absolut nüchtern (wobei es im Stadion natürlich kein Alkohol gab ;-). Wie konnte so etwas passieren? Unfassbar! Nicht die Tatsache der Führung der Heinze war es. Nein, einfach der Umstand das sich unsere tapferen Jungs durch so ein dummes Ding mit einem Schlag allem beraubten was Sie sich gegen die Bayern erarbeitet hatten. Und uns Fans stockte der Atem. Einzig die 3500 Schlachtenbummler vom FC Lobeda feierten wie die „Nassen“ und Gästecoach Bürger konnte sich am Spielfeldrand ein schelmisches Lächeln nicht verkneifen. 

Steht auf wenn Ihr Rot-Weisse seit... 

Was folgte waren etwa 10 Minuten der völligen Lehre in unseren Köpfen. Auch auf dem Rasen merkte man dem RWE die Situation und die Unsicherheit an. Wer will es Ihnen verdenken. Aber was passierte? Jena zog sich zurück, und die echten Thüringer übernahmen langsam aber sicher die Regie auf’m Platz. Und Mitte der Hälfte 1 war es dann soweit, langer Abschlag von Orle, abtropfen von Cannizzaro, und unser Joungster Semmer mit dem Gewaltschuss ins linke obere Eck. Gästetorwart Nulle ohne Chance! Ein geiles Tor! Und jetzt war Partie angesagt: Stadionsprecher Carsten Sänger kriegte sich gar nicht mehr ein (ehrlich gesagt, man kann es auch übertreiben, aber egal ;-)) und die Gästekurve schaute verdutzt drein. 1:1, alles wieder offen, vor der Halbzeit noch. Und die Jenenser machten heute nicht den Eindruck als wollten Sie mit aller Macht ein weiteres Derby für sich entscheiden. Nach der Halbzeit dann die Einwechslung von Albert Bunjaku, genau wie gegen die Bayern. Und es ging auch gleich gut los: Fehler von Nulle, Bunjaku allein vor Ihm! Aber der Torwart der Gäste mit einem super Reflex. Der RWE drückte aber weiter, von den Heinzen kam dagegen nichts, aber auch rein gar nichts...  

Denn Sie wissen nicht was Sie tun... 

Dagegen liefen die Erfurter Zuschauer zu Hochform auf, leider auch im negativen Sinne. Die verbalen Entgleisungen einer Handvoll sogenannter „Fans“, insbesondere im Block E, waren bereits die gesamte letzte Woche Dauerthema in den Medien. Wenn auch die Tatsachen dort mitunter vollkommen verdreht und völlig falsch in Szene gesetzt wurden, insbesondere von Offiziellen aus der Saalestadt und dem „Heimat-TV“, so sind die Vorkommnisse nicht zu tolerieren und das Urteil vom DFB war folgerichtig. Ich möchte von daher nichts mehr dazu schreiben, es ist genug diskutiert, gelästert und beschuldigt worden. Wir als Werrataler Jungs haben uns mit einem offenen Brief auf der offiziellen Homepage und in diversen Tageszeitungen von den Vorfällen distanziert und somit, denke ich, ein Zeichen gesetzt. 

Die neunzigste Minute, oder das Tollhaus unterm Steigerwald... 

Aber was passierte auf dem Spielfeld? Eigentlich nichts aufregendes mehr. Der RWE bemüht, spielbestimmend, die Gäste nur auf Ergebnis halten aus. Bis zur Schlussminute! Dann kam „uns“ Albert, schnappte sich einen schönen Seitenwechsel auf links, ließ den gegnerischen Abwehrspieler lächerlich aussehen, und versenkte die Kugel aus 10 Metern vorbei an Nulle im Kasten der Jungs aus Drackendorf. Was sich jetzt abspielte kann man eigentlich nur schwerlich beschreiben. Erwachsene Männer lagen sich in den Armen, gröllten wie die Angestochenen, gingen auf die Knie, und es gab jede Menge Freudentränen. Unbeschreiblich Szenen spielten sich da ab! Und auf dem Platz? Baumann raste wie ein angestochener Richtung Eckfahne (Respekt, Sinn des Derbys erkannt!), Bunjaku wurde an der Eckfahne vorm Block 3 unter seinen Mitspielern begraben. Und Schiedsrichter Trautmann, ein Reizwort für jeden RWE-Fan? Einen Abschlag noch von FCC-Tor, Orlishausen hat den Ball sicher, und dann kommt Trautmann ganz lässig auf Ihn zu: Und? Pfeift keinen Elfmeter (wegen Handspiels oder so), nein, er pfeifft ab! Und das Steigerwaldstadion bebt. Derbysieger, Derbysieger, hey, hey...Es war vollbracht! Ein geiles Gefühl... 

PS: Es gab danach FCC-Fans die tagelang das Gegenteil behaupteten. Der FCC steht weiter vor Erfurt, bla, bla, bla. Drauf geschi****. Heute, wo ich das schreibe, haben wir in Aalen gewonnen. Und jetzt spricht auch die Tabelle eine eindeutige Sprache! Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen....Sing sing

Peter Rademacher

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