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Freitag, 05.September 2008, 18:00 Uhr

Thüringer Fussballpokal; 2. Runde

FC Schwallungen

1:7

(0:3)

FC Rot-Weiss Erfurt

 

-

Werrasportpark, Schwallungen

 

 

 

1:3 Möller

 

 

3'

9'

17'

47'

53'

58'

68'

85'

Loose 0:1

Bunjaku 0:2

Wolf 0:3

 

Cannizzaro 1:4

Peßolat 1:5

Cannizzaro 1:6

Schnetzler 1:7

Kapazität

:

???

Zuschauer

:

1.200

Gästefans

:

500

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Fotos/Bericht:  Frank Malsch / Ronald Rychlewski

2. Runde   ODDSET –Landespokal Thüringen  05.09.2008 

FC Schwallungen e.V. – FC Rot Weiss Erfurt  1: 7 ( 0:3) 

Gut 15 Werrataler Jungs hatten sich eingefunden – fast ein Spiel vor der Haustür des Fanclubs – um unseren RWE zu unterstützen. Gute Resonanz zu diesem Spiel beim siebtklassigen Vertreter aus der Landesklasse West mit 1.200 Zuschauern – davon sicherlich gut 500 RWE-Fans aus ganz Thüringen. Eine gute Spielstätte – sogar eine kleine Tribüne gab es im Werra-Sportpark zu Schwallungen, Familienatmosphäre mit Bier und Bratwurst. Absolut störend jedoch die teilweise geistlosen Gesänge einer kleinen Gruppe, die sich RWE – Fans nannten und einfach nur peinlich waren mit ihren deplatzierten Anti – Jena- Rufen, „Kniet nieder ihr Bauern..“-Sprechchören, „ Bullenschweine“-Gesängen und Beleidigungen des Torhüters der sehr rührigen Gastgeber („Da steht ein A….loch im Tor“). Oberpeinlich nach Schlusspfiff noch die Nummer, Trainer Karsten Baumann im streng alkoholisierten Zustand das Bier trinken aufdrängen zu wollen. Komisch – diese Typen habe ich bei RWE noch nicht gesehen-weder daheim noch auswärts. Ob sich hier welche austobten, die eigentlich Stadionverbot haben??

Nach Bekanntgabe der Aufstellungen – der Stadionsprecher der Einheimischen in sehr fairen und dem RWE wohlgesonnenen Ansprachen – begann dann das Geschehen auf dem grünen Rasen – für den FC Schwallungen das Spiel des Jahres und sicher ein warmer Regen in der Vereinskasse.

Die Schwallunger – allesamt reine Amateure und meist nach ihrer täglichen Arbeit im Training – überzeugten von Beginn an mit Kampfkraft und wollten den Favoriten ärgern. Ihr Trainer Lutz Otto – ehemaliger Oberligaspieler der DDR beim FC Vorwärts Frankfurt/Oder – hatte sicher seinen Jungs in der Kabine nicht viel erzählen müssen zur Motivation. Doch schon nach der dritten Minute schlug es erstmalig nach einem groben Patzer des Torwarts ein – Pech für RWE, der Treffer wurde nicht gegeben wegen Abseits, was die Klientel an der Seite zu den Gesängen „Liniensau“ inspirierte – dümmer kann man als RWE –Fan sich nicht blamieren. In der 6.Minute nutzte unser Ehrenmitglied Norman Loose einen Abpraller der Schwallunger Abwehr und zog aus gut 16m von halbrechts ab – durch Freund und Feind hindurch schlug der Ball im langen Eck zum 1:0 für RWE ein. Sein erstes Tor für RWE überhaupt. Mutter Loose und Schwester jubelten mit, anscheinend beflügelt die Vaterschaft den Norman. In der 10. Minute jagte dann Pinske einen strammen Schuss aufs Tor, der klasse gehalten wurde vom Schwallunger Torwart. Die nachfolgende Ecke verpuffte zuerst, Thiago  bediente dann im zweiten Anlauf von links  Bunjaku und der schlug aus kurzer Distanz zu – 2:0. Die Schwallunger kamen anfangs überhaupt nicht über die Mittellinie, RWE nahm das Spiel sehr ernst und spielte sehr konzentriert. Zwei Minuten später schießt Cannizzaro knapp daneben, in der 18.Minute versenkt dann Wolf im Strafraumgetümmel eine Schnetzler-Ecke mit dem Kopf zum 3:0 für RWE. Frühzeitig waren so klare Verhältnisse geschaffen. RWE ließ nun etwas im Tempo und der Genauigkeit im Spielaufbau nach – die Gastgeber hatten ihre erste Chance mit einem eher harmlosen Kopfball. Ab der 20.Minute aber wieder RWE – fast im Minutentakt musste sich der Schwallunger Torwart lang machen, um gegen Wolf, Thiago und Cannizzaro Tore zu verhindern – leicht nervös wirkte er schon bisweilen – der Schwallunger Torwart. In der 32.Minute dann die Gastgeber erstmals richtig gefährlich – ein schöner Konter mit sattem Schuss von halbrechts aus gut 20m, der knapp daneben ging.

Danach Erfurts zweiter Torwart Hinz ungenau beim Abspiel in der Abwehr, provoziert selbst eine Situation, in der ein Schwallunger nachsetzt. Nach einem Zusammenprall mit dem Schwallunger ein kurzes Gerangel und einige deftige Worte unter vier Augen – sehr zum Unmut der Einheimischen und auch von Kapitän Schnetzler, der den jungen Hinz ermahnte, solche Aktionen zu unterlassen. Irgendwie schlampten unsere RWE-ler dann ein bisschen herum in der Abwehr. Fehlpass Peßolat, ein Schwallunger nimmt das Geschenk an, bedient rechts einen Mitspieler, der zieht sofort aus gut 20m ab und der Ball geht wieder nur knapp links unten vorbei – Hinz machte sich zwar sehr lang, aber ob er den bekommen hätte? Cannizzaro und Peßolat vergeben noch einmal Möglichkeiten – dann ist Halbzeit. Zur Halbzeit verzog sich dann auch jener junge Mann in Thor Steinar von der Tribüne, der der Meinung war, dass der Schiri eine „Schwuchtel“ sei und sowieso nur für RWE pfeife und bei jeder Situation unsportliche Kommentare von sich gab. Nach meinem Kommentar: „ Mann, dann geh doch nach Jena und heule dich dort aus“ kam das Entlarvende: “Da gehe ich auch das nächste Mal hin – aber ohne Dich“. Womit das auch geklärt war-denn freiwillig würde ich dort sowieso nicht hingehen.

In der Halbzeit stärkten sich alle mit Bier und Bratwurst- die vielen fleißigen Helfer des Schwallunger FC haben alle Hände voll zu tun. Offenbar kamen die Gastgeber etwas wacher aus der Kabine –wieder eine Nachlässigkeit der RWE –Abwehr und die Gastgeber schießen durch Andy Möller das 1:3 (48.), werden für ihren unermüdlichen Kampfgeist belohnt. Danach zog RWE aber das Tempo sofort wieder an und verlagerte das Spielgeschehen fast ausschließlich in die Hälfte des Gastgebers. In der  50.Minute das 4:1 durch Cannizzaro.

Peßolat setzte dann mit gutem Schuss noch einen drauf – 5:1(58.).Und so ging es weiter. Schnetzler – einer der agilsten bei RWE – in der 60.Minute noch knapp vorbei, in der 65.Minute an den Pfosten, den Nachschuss mit Tor von Semmer pfiff der Schiri wegen Abseits ab. Noch in derselben Minute dann ein schöner Lauf von Judt auf der linken Außenbahn bis fast zur Grundlinie, präzise Flanke nach innen und Cannizzaro muss nur noch den Kopf hinhalten aus 5m – 6:1 für RWE. Dann testete Peßolat in der 70.Minute die Haltbarkeit des Torpfostens. In der 75.Minute noch einmal ein schöner Konter der Gastgeber, den Abschluss verhindert Hinz mit guter Parade. Im Gegenzug hat Wolf eine Chance, schießt knapp daneben. RWE spulte jetzt routiniert sein Pensum ab, kam weiter zu einer Chance durch Cannizzaro(85.), der knapp scheiterte. Den Angriff der Gastgeber unmittelbar danach fing RWE ab, Alex Schnetzler schnappte sich den Ball und hämmerte aus 20m von halbrechts drauf – mit einschlagendem Erfolg – so belohnte sich der beste Erfurter selbst noch mit einem Tor. 7:1 für RWE stand es nun. Die Gastgeber versuchten zwar immer wieder, Angriffe zu starten –nachlassende Kräfte machten ihr Spiel zu ungenau. So gab es dann zum Abpfiff ein standesgemäßes Resultat und für die Schwallunger Gastgeber endete das Erlebnis, gegen den FC Rot Weiss Erfurt in einem Pflichtspiel anzutreten, mit einer klaren Niederlage, die noch höher hätte ausfallen können. Tapfer gekämpft haben sie trotzdem bis zum Schluss. Der Stadionsprecher verabschiedete unseren RWE ganz herzlich mit besten Wünschen für die 3.Liga und Erfolg beim Aufstieg in die 2.Bundesliga – die Fans hörten es gern, aber der Trainer weniger – „ Es sind doch erst 5 Spieltage vorbei „ - der lapidare Kommentar von Karsten Baumann dazu. Unseren Fanclub Werrataler Jungs erwähnte der Stadionsprecher dann noch extra als einen der besten Fanclubs von RWE – was uns alle zu der Frage an Mölinho bewegte: “Steckst Du dahinter?“ – und Sandro nichtsahnend sofort dementierte und das vehement bestritt. Vielleicht hat sich ja einfach unser Fanclub ein bisschen in Thüringen herum gesprochen. Danke liebe Schwallunger – ihr wart gute Gastgeber.

Ronald Rychlewski

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