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Freitag, 27. August 2004, 19.00 Uhr

2. Bundesliga, 3. Spieltag

SC Rot-Weiß Essen

0:0

(0:0)

FC Rot-Weiß Erfurt

-

Georg-Melches-Stadion, Essen

>> Panorama-Foto <<

Kapazität

:

25 600

Zuschauer

:

11 060

Gästefans

:

800

An diesem Freitagabend um 19 Uhr sollte es an der Essener Hafenstraße endlich zum Kult-Duell "RWE gegen RWE" kommen. Da durften die Werrataler Jungs trotz der weiten Anreise und der recht ungünstigen Ansetzung selbstverständlich nicht fehlen. Die fünf Plätze in Sandros Auto waren schon seit Wochen heiß begehrt. Erst in letzter Minute konnte ich mir einen davon sichern, weil Christopher sich entschloss, mit eigenem Auto anzureisen und eine Hopping-Tour nach Holland anzuhängen.

So ging es um Punkt 13 Uhr in der Besetzung Sandro, Lars, Andreas und meine Wenigkeit in Breitungen los. In Wasungen stieg noch Sven zu, der vorher noch arbeiten musste. Andreas hatte sich schließlich extra für dieses Event frei genommen. Die Hafenstraße, an der immerhin schon sieben Jahre 1. Bundesliga gespielt wurde, war es schließlich auch wert! Nach endloser Fahrt durch die "schöne" Rhön war man schließlich auf der Autobahn und war erfreut, mit der ausführlichen Wegbeschreibung aus dem RWE-Express ausgestattet zu sein. Als man jedoch den Ruhrpott erreichte, wurde schnell deutlich, dass damit nicht viel anzufangen war. Autobahn gesperrt - Baustellen-Umleitung. Naja, irgendwie fand man dann trotz Umleitung und kleineren Staus nach Essen.

Auf Stadionsuche fuhr man bei bestem Pisswetter quer durch das Ruhrpott-Dorf, gelangte aber letztlich pünktlich am Georg-Melches-Stadion an. Nachdem das Ticket erworben (5 € ermäßigt für einen überdachten Stehplatz mit guter Sicht kann sich durchaus sehen lassen!) und Christopher begrüßt wurde, begab man sich in den schon ganz gut gefüllten Block. Rund 800 Erfurt-Supporters hatten sich in der Ostkurve eingefunden und waren stimmungsmäßig heute mal wieder richtig gut drauf. Zwar gab's zum Anpfiff auf beiden Seiten kein Intro in dem Sinne zu bewundern, die Essener waren jedoch mit zahlreichen Doppelhaltern ausgestattet.

Das rundum überdachte Stadion war mit gut 11 000 Zuschauern trotz des schlechten Wetters auch ganz gut gefüllt. Prallvoll der Essener Block auf der Gegenseite, auch die Haupttribüne war gut besucht. Auf der einen Hälfte der Hintertortribüne stand der Erfurter Mob, auf der anderen Hälfte gesellten sich einige Essener. Schade nur, dass auf der anderen Hintertorseite nach dem Abriss der alten Tribüne ein Loch entstanden ist.

Das Spiel gestaltete sich in der ersten Hälfte zunächst recht ausgeglichen. Sowohl die Erfurter als auch die Essener kamen auf durchnässtem Geläuf zu einigen Chancen, wussten diese aber nicht zu nutzen. Beim FC RWE wurden einige Gelegenheiten wahrhaft schlampig vergeben, indem man den Ball dem Gegenspieler zuschob, anstatt selbst den Drang zum Tor zu suchen. Ernsthafte Gefahr blieb über weite Strecken jedenfalls aus.

Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts wurden die Platzherren stürmischer und drängten die Erfurter zunehmend in die eigene Hälfte. Diese wiederum lauerten auf Konter, die sich zwar gelegentlich ergaben, jedoch nicht konsequent genug genutzt wurden. So ergaben sich vermehrt dicke Chancen für die Essener. Twardzik hielt jedoch wieder einmal blendend und sicherte das Unentschieden. Je länger das Spiel dahin floss, umso mehr hatte man den Eindruck, dass sich die Erfurter schon mit dem einen Punkt zufrieden gegeben hatten. Die Bälle wurden schließlich nur noch hinten raus geschlagen, konstruktive Angriffe blieben aus.

Man näherte sich der 90 Minute. Kurz vor Schluss noch mal ein Aufschrei im Erfurter Block. Foul an Kreuz. War es im Strafraum? Knappe Angelegenheit. Schiedsrichter Hoyzer jedenfalls entschied auf Freistoß an der Strafraumgrenze. Aber ein Sieg in letzter Minute wäre dem Spielverlauf nach wohl auch nicht gerecht gewesen... Der Freistoß konnte nichts mehr bewirken und so blieb es beim 0:0. Mannschaft und der Trainer feierten nach dem Spiel den Punktgewinn mit den Fans. Selbst La-Ola-Wellen gab es wieder, wie nach dem Sieg in Saarbrücken. 

Müllers Taktik ging also wieder einmal auf. Und mit 5 Punkten nach 3 Spielen kann man doch durchaus zufrieden sein. Auswärts noch ohne Gegentor. Jetzt ist abzuwarten, was die Elf in zwei Wochen gegen München fähig ist, zu leisten. Zumindest wäre man im Fall einer Niederlage noch immer auf einem guten Weg Richtung Klassenerhalt. Aber ein Punkt müsste doch zu hause auch wieder drin sein, oder?

Für die Werrataler Jungs ging's nach der Auflösung der Blocksperre auf den Heimweg, der sich aufgrund von Dauerregen ewig dahinzog. Nach Einkehr in einem Fastfood-Restaurant und einigen kleineren Pausen erreichte man gegen 2 Uhr  die Heimat, wo man todmüde ins Bett fiel. Nur gut, wenn man nicht wie Sven am Samstagmorgen arbeiten musste. Er nahm's gelassen und vernichtete auf der Fahrt ein Bier nach dem anderen, ehe er in einen tiefen Schlaf fiel. Alles in allem wieder mal eine gelungene Auswärtsfahrt.

Robert

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