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Freitag, 1. Oktober 2004, 19.00 Uhr

2. Bundesliga, 7. Spieltag

SpVgg Unterhaching

4:0

(2:0)

FC Rot-Weiß Erfurt

-

1:0  Copado

2:0  Barut

3:0  Copado

4:0  Loose

29'

40'

66'

90'

 

Generali-Sportpark, Unterhaching

Kapazität

:

15 000

Zuschauer

:

2 800

Gästefans

:

250

Nachdem man im September 2002 letztmalig in der südlich von München gelegenen Kleinstadt vorstellig wurde, sollte es heute ein Wiedersehen geben, von dem eigentlich im vorhinein nichts Gutes zu erwarten war. Die Bilanz gegen Unterhaching ist miserabel (zwei Spiele, zwei Niederlagen) und die letzten Auswärtsauftritte der Erfurter waren auch nicht berauschend.

Wie es so kommen musste, kam es auch. Der RWE ging mit 0:4 unter. Ich kann mich nicht an eine ähnlich hohe Auswärtsschlappe erinnern. So eine Demütigung (ja dieser Begriff trifft es wohl am besten), ist mir in den letzten Jahren nicht unter meine Augen gekommen. Und dabei hätte es heute keinen Copado gebraucht, um den RWE zu besiegen. Bei solch eklatanten Abwehrfehlern, solch einer fehlenden Zweikampbereitschaft und einer derartigen Lustlosigkeit im Offensivspiel hätte wohl jede Kreisligatruppe den RWE am heutigen Abend geschlagen. Doch der Reihe nach. 

Bis zum 0:1 durch Copado, dem wie bei allen Toren katastrophale Stellungsfehler vorausgingen, hielten die Erfurter noch einigermaßen mit, aber danach war der Wille gebrochen. Wie schon in Fürth bekam man danach nicht mal mehr den Anflug des Gefühls, der RWE könnte das Spiel noch umbiegen. Folglich vor der Pause noch das 0:2, womit das Spiel endgültig entschieden war.

Doch anstatt in der zweiten Hälfte Anstand walten zu lassen und mit erhoben Hauptes den Platz zu verlassen, glich des Spiel der Mannen in weiß-weiß einer Farce. Pfosten, Latte, Großchancen en masse für die Einheimischen prägten das Bild in einer Partie, in der auch der Letzte in der Erfurter Elf sich willenlos dem Spielrausch der Unterhachinger hingab. Copado völlig frei per Kopf aus fünf Metern vollendete das 0:3. Dass es nur noch zum 0:4 durch Norman Loose (mit vollem Körpereinsatz) reichte, lag wohl nur zum Teil an Rene Twardzik, hauptsächlich aber an der Abschlussschwäche der SpVgg.

Das 0:4 passte übrigens völlig ins Bild. Nach einer Ecke flog Twardzik in einem Claus-Reitmaier-Gedächtnisflug am Ball vorbei und selbst zwei Verteidiger unserer Elf brachten es nicht fertig, den Ball von der Torraumlinie weg zu befördern, so dass Norman zu seinem ersten Tor als Profi kam. Ich meine, unser Fanclub gönnt dem Norman als unser Ehrenmitglied diesen Treffer wirklich. Aber wenn er ein Mal in zehn Jahren mal ein Tor schießt, ist das glaub ich bezeichnend genug für die an diesem Tag insgesamt grottenschlechte Teamleistung von Rot-Weiß.

Christopher