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Freitag, 15. Oktober 2004, 19.00 Uhr

2. Bundesliga, 8. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

0:3

(0:2)

FC Erzgebirge Aue

-

 

22'

26'

51'

 0:1  Curri

 0:2  Juskowiak

 0:3  Rehm

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

19 500

Gästefans

:

3 500

Freitagabend, 8. Spieltag der 2. Bundesliga und nach langer Zeit mal wieder  Derbystimmung im Steigerwaldstadion. Nach fast 5 Jahren (zuletzt Dezember 1999) sollte es endlich wieder mal zu einem Pflichtspiel-Duell im Steigerwald zwischen Erfurt und Aue kommen. Nur dass man heute nicht mehr in der (damaligen) Regionalliga Nordost, sondern in Bundesliga zwei seine Brötchen verdient. Mit 2:1 gewann der FC RWE damals – nebenbei bemerkt mein erstes Erfurt-Spiel überhaupt – und bestätigte seinerzeit einmal mehr seinen Ruf als starke Heimmannschaft. 

Mit einem 2:1 wären auch heute alle zufrieden gewesen, denn auf einen Heimsieg wartet man nunmehr schon seit dem 2:1 gegen Saarbrücken in der letzten Saison. Außerdem ging es beim Duell des 14. gegen den 12. für beide Teams darum, im Abstiegsstrudel ein wenig Land zu gewinnen. Und im engen Kampf um Punkte brauchte es da natürlich heute einen Sieg.

Doch leider sollte es einmal mehr gegen das Team von René Müller laufen. Nach euphorischem Intro mit Blockfahne sowie roten und weißen Papiertafeln ging es auf dem Platz zunächst erst mal gemächlich zu. Auffällig auf Erfurter Seite war die Neubesetzung auf vier Positionen. So traf es unter anderen Ronny Hebestreit, der nach anhaltender Torflaute auf der Bank Platz nehmen musste. In den ersten 20 Minuten vermochte dann zunächst keine Mannschaft, wirkliche Akzente zu setzen.

Die erste dicke Chance hatte Erfurts Kreuz in der 21. Minute, doch fast im Gegenzug erzielt Aue das 0:1. Der stark aufspielende Curri setzte sich auf der linken Seite gegen zwei Erfurter durch und bugsierte den von Twardzik schlecht abgewehrten Ball irgendwie ins Netz. Ein Schlag ins Gesicht für Erfurt nach gut 20 Minuten. Doch ehe das Spiel wieder richtig Fahrt aufgenommen hatte, klingelte es schon wieder in Twardziks Kasten. Nach einem Freistoß von links wehrte der Erfurter Keeper den Ball erneut schlecht ab und ermöglichte damit Juskowiak das zweite Tor für Aue am heutigen Abend. 0:2 nach 26 Minuten – was war nur los mit der Erfurter Abwehr seit dem Unterhaching-Spiel ?

Bis zur Pause passierte nicht mehr allzu viel – sieht man mal von den Pfiffen nach der ersten Hälfte ab. Von der angekündigten Trotzreaktion nach der 0:4-Blamage von Unterhaching war jedenfalls nichts zu spüren. Und auch in Hälfte zwei änderte sich das Bild kam. Zwar brachte Müller den bisher ein Mal (Tor zum 0:1 in Saarbrücken) erfolgreichen Schnetzler für Traub, doch auch der konnte das Blatt nicht wenden. Ganz im Gegenteil. Nachdem in der 51. Minute das 0:3 durch Rehm gefallen war, beendete Schnetzler seinen Arbeitstag in der 63. Minute durch eine gelb-rote Karte. Damit war das Spiel so gut wie gelaufen.

In den letzten 25 Minuten waren dann zwar endlich kleinere Erfurter Versuche des Aufbäumens zu erkennen, doch Braham blieb der Ehrentreffer durch einen Heber über Aue-Torwart Hahnel verwehrt. Durchaus bemerkenswert war jedoch noch die imposante Pyro-Show der Auer Fans (insgesamt zwischen 3000 und 4000) Mitte der zweiten Halbzeit, die eine fünfminütige Spielunterbrechung zur Folge hatte. Und wahrscheinlich nicht ohne Folgen bleiben wird.

Beim 0:3 (die erste Punktspielniederlage im Steigerwald für Rot-Weiß im Jahr 2004) blieb es dann auch, was den Akteuren mit einem Pfeiffkonzert der gut 19000 nach Abpfiff quittiert wurde. Mit einer solch katastrophalen Leistung kann man nicht in Liga zwei bestehen, so viel ist klar. Und daran, dass in Trier die Wende kommt, glauben wohl auch nur die größten Optimisten. „Wir müssen uns um 180 Grad drehen, einfach alles anders machen“, kündigte Kapitän Rudolf Zedi nach dem Spiel an. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Robert

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