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Sonntag, 7. November 2004, 15.00 Uhr

2. Bundesliga, 12. Spieltag

FC Energie Cottbus

3:0

(1:0)

FC Rot-Weiß Erfurt

-

1:0  Meszaros

2:0  Mokhtari

3:0  Baumgart

39'

76'

90'

 

Stadion der Freundschaft, Cottbus

>> Panorama-Foto <<

Kapazität

:

22 450

Zuschauer

:

9 350

Gästefans

:

800

An diesem herbstlich-frischem Sonntagmorgen gegen 8 Uhr ging's für die Werrataler Jungs in Breitungen los. Das Ziel: Cottbus, Stadion der Freundschaft und hoffentlich mal wieder ein Punktgewinn in der Fremde. Für das Gros unserer Autobesatzung (Lars, Christopher, Sandro und meine Wenigkeit) stand heute das erste RWE-Auswärtsspiel im Osten außerhalb Thüringer Territoriums auf dem Programm. Einzig Sven wusste mit alten Anekdoten vom Auswärtsspiel bei Stahl Brandenburg anno dazumal zu glänzen.

Als zunächst jedoch Lars mit seinem Renault 19 auf meinem Hof vorfuhr gab's erst mal die erste Reifenpanne - Radwechsel am frühen Morgen stand auf dem Programm. Aber gegen dreiviertel 9 war unser RWE-Mobil dann endlich af dem Weg in den tiefen Osten. Nach der verspäteten Abfahrt konnten wir uns den Abstecher nach Polen vor dem Spiel jedenfalls aus dem Kopf schlagen. Machte nichts - dann wird das eben nach dem Spiel nachgeholt.

So ging's feuchtfröhlich und mit zischenden Kronkorken am laufenden Band Richtung Cottbus. Auf dem Weg traf man dann noch die Eisenacher Autobesatzung um Stephan und Marc, mit denen man in der Folge gemeinsam den weiten Weg bestritt. Gegen halb zwei erreichte man dann in allgemein ziemlich angetrunkenen Zustand das brandenburgische Fußballdorf, wo man erst mal 2,50 Euro für einen Parkplatz berappen musste.

Auch am Stadion war schon gut was los. Nach entlöhnten 6,50 Euro für den ermäßigten Eintritt wurde der Gästeblock geentert. Rund 800 Rot-Weiße hatten heute den Weg nach Cottbus gefunden. Zwar nicht überwältigend viel, aber angesichts der Entfernung doch ganz annehmbar. Seit meinem letzten Besuch hier im Frühling 2002 hat sch auf der Gegenseite doch einiges getan. Eine sehr schmucke, vollüberdachte Tribüne mit Sitzplätzen im Oberrang und Stehplätzen im Unterrang (wo der harte Cottbuser Kern seinen Platz hat) ist entstanden. Von einem zeitgemäßem (und erstligareifen) Stadion kann jedoch nicht wirklich die Rede sein.

Nach vertilgter Stadionwurst sowie ausführlicher Stadionheftlektüre (nach der wir 2:0 in Essen gewonnen haben) war es dann auch endlich Zeit für den Anpfiff. Und die rund 800 Erfurter bekamen in Hälfte eins eine der stärksten Auswärtsleistungen der Rot-Weißen in diesem Jahr zu Gesicht. Die schwach aufspielenden Cottbuser wurden von René Müllers Elf richtig in die Zange genommen. Und so gab's einige Chancen für den RWE.

Nachdem Braham nach rund 15 Minuten das Tor nur knapp verfehlt hatte, lag der Ball in Minute 21 dann tatsächlich im Cottbuser Tor - doch der Jubelschrei der Rot-Weiß-Anhänger kam zu früh. Ein Erfurter hatte den Ball zuvor mit der Hand gespielt; so blieb es beim  0:0. Doch auch Cottbus blieb nicht ohne Chancen. Nach einigen erfolglosen Vorstößen setzte sich Meszaros in der 39. Minute gegen die RWE-Abwehr durch, sein Schuss wird von Traub abgefälscht und landet im Kasten von René Twardzik - Entsetzen bei den Erfurter Anhängern. "Bitte nicht schon wieder so eine Auswärtsklatsche!", dachte sich wohl so mancher. Doch noch waren erst 45 Minuten gespielt...

Druckvoll starteten die Hausherren in Hälfte zwei. Doch dicke Chancen gab es auf Erfurter Seite. Wie so oft in den letzten Spielen war das Glück aber nicht auf Richters (58.) und Zedis (60.) Seite. Das sollte sich rächen. Sportfreund Youssef Mokhtari markierte in der 76. Minute das 2:0 für die Lausitzer - und wieder war ein Erfurter Bein dazwischen, das den Ball unhaltbar für Twardzik ins Tor abfälschte.

Die darauf folgende Erfurter Offensivphase brachte nichts Zählbares ein. Müller nutzte zwar bis zur 78. Minute alle drei Wechselmöglichkeiten aus, brachte aber keinen zusätzlichen Stürmer. Ronny Hebestreit durfte sich vor der RWE-Kurve warmlaufen, kam aber zum Bedauern der Anhänger nicht ins Spiel. Dafür kam Chancentod Enrico Neitzel für Braham auf den Platz, blieb aber weitestgehend farblos. So mehrte sich die Kritik auf den Rängen ob der zu vorsichtigen Spielweise von René Müller.

Und als i-Tüpfelchen gab es dann in der 90. Minute noch das 0:3 durch Baumgart nach einen Freistoß-Abpraller (dem ein total sinnloses Foul und eine aus Kurvenperspektive ungerechtfertigte Freistoßentscheidung voraus ging). Wieder 0:3 also, nach der Niederlage gegen Aue vor eigenem Publikum die zweite Blamage gegen einen Ostclub binnen vier Wochen.

Trotz alledem - die Leistung der Rot-Weißen war über weite Strecken ansprechend, auch an Chancen mangelte es nicht, doch die Tore fehlten wieder wie so oft. So kann's nicht weitergehen. Auch wenn René Müller die mangelhafte Ausnutzung von Standardsituationen kritisierte - es muss doch auch noch andere Wege zum Tor geben! Irgendwann werden die "RWE-Stars" hoffentlich auch mal wieder treffen. Dann wird man sich fragen, woran es wohl gelegen hat, dass über Wochen solche Torflaute geherrscht hat...

Für die Werrataler Jungs ging es dann nach dem Spiel dann zum Abstecher nach Polen. Nachdem bei Forst die Grenze passiert worden und der Vorrat an Bier, Tabakwaren sowie Flüssignahrung für unser Automobil aufgefüllt worden war, begab man sich auf die Suche nach einer billigen Spelunke im nächsten Ort. Schließlich stellte sich langsam allgemein so etwas wie Abendbrotshunger ein. Aus der Suche ("Das ist eine Kneipe! ... Nee, doch bloß ne Schule.") wurde eine Irrfahrt. So landete man am Ende wieder an der Grenz-Raststätte.

Dort gab es ein zünftiges Kotelett (ohne Knochen (?) und halb roh) mit Pommes und Cola für schlappe 3 Euro. Nach Überquerung der Grenze ging es dann endlich ab Richtung Heimat. Naja gut, erst mal ließen mich die Jungs gegen 22 Uhr in Leipzig raus, wo am Bayerischen Bahnhof noch genüsslich einige Döner für 1 Euro vertilgt wurden, ehe die endgültige Heimreise anstand. Irgendwann nach Mitternacht dürfte dann die gelungene Auswärtsfahrt in illustrer Runde auch für den Rest der Autobesatzung ein verdientes Ende gefunden haben. Die drei Punkte bei einem Auswärtsspiel blieben an diesem Tag leider wieder mal nur ein Traum... 

Robert

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