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Home > Spiele & Berichte (2004/2005) > Spielbericht |
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Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt, die ist schön - in diesem Sinne starteten die Werrataler Jungs an diesem Adventssonntag mit rund 20 anderen Gleichgesinnten (darunter auch einige FC-Anhänger) zu ihrer ersten selbst organisierten Bustour. Das Ziel ihrer Fahrt: Köln, RheinEnergieStadion. Für alle von uns ein echtes Highlight. Schließlich erwartete uns heute mit dem FC der Spitzenreiter und das vor einer erstligareifen Kulisse. Neben den Breitunger Fußballern und der Klubhaus-Gang "Weinstube" hatten sich in unserem Bus auch RWE-Fans aus Springstille und Meiningen versammelt - eine durchaus lustige Truppe also. Nachdem Busfahrer Andreas (Lesser-Reisen Brotterode) alle Mann begrüßt hatte, hielt Sandro zunächst seine rhetorisch glänzende Ansprache, ehe es kurz nach 9 auf den Weg in die Domstadt ging. Die Stimmung im Bus war aufgrund der Vorfreude natürlich prächtig. Mit Wechselgesänge zwischen den RWE-Anhängern und den Köln-Sympathisanten hielt man sich bei Laune. Viele vernichtete Bierflaschen und zahlreiche Pinkelpausen später erreichte man schließlich gegen 13.45 Uhr den Stadionparkplatz. Nach kurzem Fußweg und anschließendem Kartenerwerb begaben man sich in den Gästeblock, wo schon mächtig der Bär steppte. Rund 2 500 Rot-Weiße hatten den Weg nach Köln gefunden - angesichts der Entfernung eine wirklich stattliche Zahl. Auch die Stimmung im Block war heute einsame Spitze. Was auf den Rängen jedoch für Verwunderung sorgte, war die Tatsache, dass Müller heute "Clausi" Reitmaier im Tor den Vorzug geben würde. War Reitmaier für ihn der bessere Mann, vor so einer Kulisse zu spielen? Oder war Twardzik einfach nur angeschlagen? Der erfahrene Altmeister machte seine Sache heute jedenfalls gut. Was die Kölner Südkurve zum Anpfiff bot, war schlicht überwältigend. Eine Mammut-Choreo über zwei Ränge mit weißen und roten Papiertafeln sowie einem Riesen-Spruchband ließ an einer Sache wirklich keinen Zweifel aufkommen: Mit diesem Stadion und dieser Fanszene gehört Köln nirgendwo anders hin als in Liga eins. Doch was die Kölner Mannschaft in der ersten Halbzeit bot, war wiederum alles andere als erstligareif. Ohne Ideen nach vorn und mit Schwächen im Defensivbereich präsentierten sie sich den knapp 37 000 Zuschauern. Auch der sonst torgefährliche Youngstar Lukas Podolski blieb weitestgehend blass. Dafür spielte der RWE endlich einmal so, wie man es sich auswärts lange gewünscht hat: druckvoll nach vorne und sicher in den Zweikämpfen. Die Erfurter hatten den Gastgeber über weite Strecken im Griff und erspielten sich dabei einige Großchancen. Schnetzler (10.) und Hebestreit (28.) blieben jedoch erfolglos. Was bis zur Halbzeitpause fehlte, war das Führungstor für Rot-Weiß. Wie so oft haperte es mal wieder an der Abschlussschwäche. Die zweite Hälfte begann dann wieder mit einer sehr netten Choreo auf Kölner Seite und mit einem RWE, der sich noch immer kämpferisch gab. Doch der FC wurde jetzt stärker, schließlich wollte man den Fans im letzten Heimspiel 2004 noch einmal einen Sieg bescheren. Und gute Chancen hatten sie jetzt zuhauf. In der 55. (Podolski) und 57. Minute (Streit) vergab der FC Köln zwei Riesenchancen zur Führung kläglich - das sollte bestraft werden. Denn in der 72. Minute passierte das, worauf man als Fan oft insgeheim hofft: ein Rückpass des Gegners zum Tormann. Und Kölns Keeper Bade nahm nach einem hoch auf das Tor gespielten "Klärversuch" seines Verteidigers die Kugel reflexartig in die Hand. Indirekter Freistoß im Strafraum entschied Schiedsrichter Michael Weiner - eine durchaus strittige Entscheidung. Den Schuss von Klingmann lenkt Alexander Schnetzler schließlich mit viel Glück ins Tor - und beschert damit dem RWE die erste Auswärtsführung seit dem 2:0 in Saarbrücken. Megaeuphorie im Rot-Weiß-Block - Führung beim Spitzenreiter FC Köln. Das Adrenalin, das dir in diesem Augenblick durch den Körper schießt, ist einfach unbeschreiblich. Einfach phänomenal. Doch noch war nichts entschieden, gut 15 Minuten reguläre Spielzeit zeigte die Uhr an. René Müller packte wie erwartet die Mauertaktik aus. Jetzt bloß kein Tor mehr bekommen. Nur noch wenige Sekunden und ein Traum wird Wirklichkeit. Die Kölner vergaben Großchancen am laufenden Band - das Abwehrbollwerk hielt ... bis zur 89. Minute. Vasileios Tsiartas, griechischer Nationalspieler und seit wenigen Tagen im Kader des 1. FC Köln, lässt mit einem Schuss aus 20 Metern alle Träume der Erfurter Fans zerplatzen - und verwandelt die Arena in ein Tollhaus. Von halblinks geschossen schlägt sein Volleyschuss im rechten unteren Eck ein. Wenige Minuten später ist das Spiel dann vorbei. Trotz des gewonnen Punkts schwingt nun durch den späten Ausgleich natürlich so etwas wie Wehmut mit. Doch auf die Leistung des RWE können die Fans wirklich stolz sein. Schließlich sind die Erfurter neben Cottbus erst die zweite Mannschaft, die im RheinEnergieStadion in dieser Saison einen Punkt holen konnte. Unverdient war der Ausgleich schließlich auch nicht. Mit mehr Abgeklärtheit hätten die Kölner den RWE heute mit zwei oder drei Toren Unterschied nach Hause geschickt. Nun wird man sehen müssen, was dieser eine Punkt im Abstiegskampf wert ist. Auf keinen Fall darf durch die Freude jetzt der Blick auf das letzte Spiel gegen Dynamo Dresden verloren gehen. Nur wenn man gegen Dresden gewinnt, kann man sich sicher in die Winterpause verabschieden. Für die Busbesatzung der Werrataler Jungs ging es gegen 17.45 Uhr auf die Heimreise. Feiern konnte keiner so richtig - trotzdem war die Stimmung an Bord bestens. Nachdem das gesamte Alkoholreservoir des Busfahrers leergesoffen wurde (mehrere Kisten zum Stückpreis von gut 20 Euro), wurde noch ein bisschen gesungen und gegrölt, ehe man gegen 22.45 Uhr die Heimat wieder begrüßen konnte. Fazit der Reise: Eine wirklich gelungene Busfahrt nach Köln mit einem überraschenden, aber verdienten Punktgewinn lag hinter uns. Darin, dass es eine Fortsetzung einer solchen Fahrt geben sollte, waren sich alle einig. Im neuen Jahr stehen je wieder einige Highlights ins Haus, die auf jeden Fall schon mal ins Auge gefasst wurden. Dann wird auch dafür gesorgt sein, dass der Gerstensaft diesmal reicht ... Robert Bilder von der Fanclub-Busfahrt >> - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
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