WERRATALER JUNGS ONLINE |
|
|
|
|
Home > Spiele & Berichte (2004/2005) > Spielbericht |
|
|||||||||||||||||||||||||
|
<< vorheriges Spiel << >> nächstes Spiel >>
Das Olympiastadion in München: zum einen ein architektonisches Meisterwerk, zum anderen Schauplatz großer Partien und Heimat der beiden großen Münchener Fußballclubs - noch jedenfalls. Denn mit dem Bau der neuen Allianz-Arena vor den Toren der Landeshauptstadt beginnt für Fußball-München eine neue Ära. Mit der Fußball-Saison 2004/2005 wird nun Abschied genommen von dieser traditionsreichen Sportstätte. Auch der RWE sollte in der Rückrunde unverhoffterweise noch einmal die Gelegenheit bekommen, diesen "heiligen Rasen" zu bespielen - eine kurzfristige Verlegung der Partie gegen 1860 München vom Grünwalder Stadion machte es möglich. Doch die Erinnerungen an die letzte Vorstellung an gleicher Stelle waren nicht gerade angenehm. Gegen die Amateure des FC Bayern kassierten die Rot-Weißen am ersten Spieltag der letzten Saison eine bittere 0:2-Niederlage - und stiegen am Ende trotzdem auf. Nach dem ersten Spieltag hätte darauf wohl keiner wetten wollen... So ging es auch für die Werrataler Jungs an diesem eisig kalten Februarsonntag mal wieder ins schöne München. Ronalds Mietwagen-Kontakten sei Dank, machten es sich sechs Fanclubmitglieder, Thomas und Hartwig aus BaSa sowie Felix aus Suhl heute in einem geräumigen Kleinbus gemütlich. Auch wenn die Abfahrtszeit mit halb acht Uhr schon ein wenig unchristlich war ... Neben den neun Leuten wurden im Bus natürlich noch fünf Kisten voll frischer Hopfenkaltschalen sowie zwei Fläschlein Hochprozentiges verstaut. Mit einem gepflegten Frühschoppen startete man also verheißungsvoll in den Tag. Ronald lenkte unser Gefährt trotz Schnee- und Eischaos auf den Straßen sicher und souverän ins Bayernländle, wo man so gegen halb eins überpünktlich sein Ziel erreichen sollte. Die verbleibende Zeit vertrieb man sich damit, am Bus ein paar Kaltgetränke zu konsumieren sowie schon mal die Oberkörperfrei-Choreo für den Falle eines Auswärtssieges zu üben. Gegen zwei Uhr enterte man schließlich die heiligen Gefilde der Münchener Südkurve. Rund 700 Sportfreunde aus Erfurt fanden heute ebenfalls den Weg nach München - angesichts der Leistungen der vergangenen Tage eine doch ganz stattliche Zahl. Der Rest des Stadions war jedoch - mit Ausnahme der Löwen-Kurve - sehr dürftig gefüllt. Da war die offizielle Zuschauerzahl von 13 800 wohl etwas aus der Luft gegriffen. Nichtsdestotrotz ging es auf dem Platz gleich richtig los. Die Abtastphase war noch nicht vorbei, da zeigte Schiedsrichter Stachowiak in der sechsten Minute schon auf den Elfmeterpunkt: Strafstoß für Sechzig - eine sehr umstrittene Entscheidung. Auch sonst ließ der Unparteiische im Übrigen jegliche Souveränität vermissen. Die Chance zur Führung ließen sich die Münchner nicht nehmen. Claus Reitmaier - von Müller konsequenterweise erneut ins Tor beordert - war bei Lehmanns Schuss diesmal ohne Chance. Doch Rot-Weiß steckte nicht auf, spielte aggressiv und schrammte in der 32. Minute nur knapp am Ausgleichstreffer vorbei. Dworraks Schuss aus zwölf Metern landete nur an der Latte. Sechzig hielt jedoch meist gut dagegen und kam ab und an auch gefährlich vor Erfurter Tor. Bis zur Halbzeitpause blieb es aber beim 1:0 für die Löwen. Mit einem Paukenschlag meldete sich die Müller-Elf gleich zu Beginn des zweiten Spielabschnitts zurück. Nach einer Vorlage von Tiganj hämmert Koumantarakis die Kugel aus 16 Metern ins linke untere Eck - Tor für Erfurt im Olympiastadion! Endlich spürte man, dass auswärts mal wieder was zu gewinnen ist. Und die Erfurter Spieler schienen das auch zu spüren, denn nach dem Tor gab's nur noch Spiel auf ein Tor - nämlich das der Sechziger. Eine so druckvoll aufspielende Erfurter Mannschaft hatte man auswärts wie auch zu hause selten gesehen. Sie schnüren die Löwen in der eigenen Hälfte ein - bei den Gastgebern ging jetzt meist gar nichts mehr. Was jetzt nur noch fehlte, war das erlösende Führungstor für Rot-Weiß. Doch es fiel und fiel und fiel nicht. Die Erfurter Abschlussschwäche ließ wieder grüßen. Die starke Phase blieb ungenutzt und so kam es, wie es kommen musste. Paul Agostino erzielte wie aus dem Nichts das 2:1 für die Löwen in der 85. Minute. Das 3:1 durch Kolomaznik nach einem Konter fiel schließlich mit dem Schlusspfiff. Einmal mehr stand der FC Rot-Weiß also am Ende mit leeren Händen da. Angesichts der Ergebnisse aus den anderen Partien des Spieltags könnte dieses "einmal mehr" schon fast der Höhepunkt einer bis dato verkorksten Rückrunde sein. Denn nach diesem Spieltag fallen die Blumenstädter zum zweiten mal in dieser Saison auf Rang 18 zurück. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", heißt es jetzt wohl oder übel für die Rot-Weiß-Fans. Denn das Restprogramm ist mit noch sieben Auswärts- und sechs Heimspielen schwer, auch wenn es jetzt schlimmer fast nicht mehr kommen kann. Vielleicht stimmt ja die Theorie unseres vielzitierten Schatzmeisters: Auch in der Hinrunde standen wir schon auf dem letzten Platz. Was daraus folgte, war eine erstarkte Erfurter Mannschaft, die sich bis zur Winterpause auf einen Nichtabstiegsplatz kämpfte. Vielleicht bringen aber auch Niederlagen im Münchner Olympiastadion, wie letztes Jahr, Glück für den Rest der Saison. Wer weiß es schon? An solche Dinge kann man glauben... Um den Grundstein dafür zu legen, muss nächste Woche gegen Fürth jedenfalls erst mal der erste Heimsieg in diesem Jahr eingefahren werden! Robert Bilder von der Fanclub-Busfahrt >> - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
|
|||||||||||||||||||||||||||