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Freitag, 15. April 2005, 19.00 Uhr

2. Bundesliga, 29. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

3:3

(1:1)

FC Energie Cottbus

-

 

1:1 Keller

 

2:2 David

3:2 Onwuzuruike

11'

40'

54'

56'

78'

79'

 0:1 Gunkel

 

 1:2 Iordache

 

 

 3:3 v. Buskirk (ET)

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

14 790

Gästefans

:

800

Es gibt Spiele, wie die Klatschen bei den letzten Auswärtsspielen, die vergisst man am besten ganz schnell. Dann gibt es solche, bei denen einem das Ergebnis eigentlich relativ schnuppe ist, wie das letzte Saisonspiel 2003/2004 in Ahlen. Und dann gibt es noch jene, deren Ausgang den echten Fan richtig tief schmerzt. An diesem Freitagabend sollte dem RWE im Steigerwald zwar eine Niederlage erspart bleiben, das Gefühl war aber eindeutig zu definieren: Kategorie c).

Nur knapp 15 000 Zuschauer trieb es zu diesem letzten Heim-Ostderby der Saison ins weite Rund, unter ihnen circa 800 Lausitzer. Die Angst vor Ausschreitungen hatte die Polizei dazu veranlasst, das Spiel unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden zu lassen. Den Rot-Weiß-Fans war's egal - schließlich gab es in diesem Heimspiel gegen Cottbus nur ein Ziel: Heimsieg, egal wie. Allen war klar, dass der Klassenerhalt in dieser Saison vor allem über die noch ausstehenden drei Heimspiele gehen würde.

Was dann nach elf Minuten geschah, ließ den Optimismus im flutlichterleuchteten Steigerwald jedoch bereits zügig verfliegen. Mit einem Sonntagsschuss aus rund 20 Metern brachte Gunkel den FC Energie in Führung - und den RWE einmal mehr aus dem Konzept. Nun ging es also auch schon zu hause los mit dem Tiefschlaf in der Anfangsphase. Dass frühe Gegentore kein gutes Zeichen sind, hatten die letzten Spiele nur zu deutlich gezeigt...

Die ersten 30 Minuten dominierten über weite Strecken die Gäste. Die mehrfach sich bietende Chance, auf 2:0 zu erhöhen, blieb jedoch ungenutzt. Auch Erfurt tat sich schwer, dickste Chancen in Tore zu verwandeln. Kurz vor der Pause gab es dann für die Rot-Weißen aber doch noch Grund zum Jubel. Der engagiert aufspielende Kreuz bediente mit einer Ecke Keller, der mustergültig ins Cottbuser Gehäuse einköpfte. Das 1:1 in der 40. Minute musste doch eigentlich den Grundstein für ein erfolgreiches Bestreiten von Hälfte zwei legen. Doch es kam - wie so oft - mal wieder anders.

Asiatisches Bal-Thai und orientalisches Rasul wurden gerade an den Mann gebracht, da schepperte es schon wieder im Erfurter Kasten. Iordache staubte mit dem Kopf nach einem abgewehrten Schuss von Brunnemann ab und brachte die Gäste in der 53. Minute erneut in Führung - wieder ein Fehlstart für den RWE. Doch der Gegenschlag ließ nicht lange auf sich warten. Keine 60 Sekunden später glichen die Erfurter durch ein Tor von David wieder aus.

Die Kocian-Elf beherrschte das hochklassige Spiel in den letzten 30 Minuten. Dass nur ein Heimsieg zählen würde, war natürlich auch im Kopf der Rot-Weißen Akteure. Und es kam Dampf in die Partie. Nachdem in der 76. Minute der Cottbuser Schöckel gelb-rot gesehen hatte, warf Kocian noch mal  alles nach vorne - und er wurde belohnt. Henry Onwuzuruike erlöste in der 78. Minute die Erfurter Fanschar und verwandelte durch sein Führungstor den Steigerwald in einen wahrlichen Hexenkessel. "Tor für den FC Rot-Weiß Erfurt, mit der Nummer 22, Henry -- On-wu-zu-ru-i-ke !!" Einfach gigantisch.

Kaum hatten sich die Arme im Fanblock wieder gen Ausgangsstellung bewegt, schaute das ganze Stadion verdutzt auf das Erfurter Gehäuse. "Sag mal träum ich oder war das jetzt wirklich ein Eigentor?" - "Das gibt es doch nicht!". Das gab es wohl. Mit einem traumhaften Flugkopfball versenkte John van Buskirk die Kugel unbedrängt im Kasten von René Twardzik - ein Tor, das wohl traurigerweise in die Geschichte des Erfurter Fußballs eingehen wird. Denn mit nur einem Punkt aus diesem wichtigen Heimspiel wird es jetzt unheimlich schwer, den Klassenerhalt in den verbleibenden fünf Partien noch zu packen. Einmal mehr bleibt nur die Devise: "Die Hoffnung stirbt zuletzt!"

Robert

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