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Samstag, 27. August 2005, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 6. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

1:0

(0:0)

BSV Kickers Emden

-

1:0  Brunnemann 

92'

 

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

3 009

Gästefans

:

30

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Mit einem Wort: WAHNSINN

Nach dem recht ereignisreichen Pokalwochenende stand gegen Emden wieder der Kampf um Punkte im Vordergrund. Doch nur 3009 zahlende Zuschauer zog es in den Steigerwald - die Thüringer Schuleinführungen ließen grüßen. Ansonsten stimmten die Rahmenbedingungen jedoch: sonniges Wetter und gute Stimmung unter den Fans - natürlich auch bei den Werrataler Jungs.

Vor Spielbeginn gab es noch verschiedene Aktivitäten. Ronald war noch beim Forentreffen und dann trafen sich die Werrataler Jungs vor der Geschäftsstelle mit RWE-Manager Stefan Beutel - zur Übergabe eines nagelneuen Fanschals der Werrataler Jungs, den wir Stefan Beutel auf der letzten Fanclubversammlung versprochen hatten. Immerhin hatte der Manager die Schals mit gesponsert.

Danach ging es erwartungsfroh ab auf die Ränge, denn die Erfurter Heimbilanz war bisher makellos und sollte es auch bleiben. Zum ersten mal in dieser Saison fanden sich auch auch Leute im Gästeblock ein - etwa 30 Ostfriesen waren nach Erfurt gekommen. Mit Kickers Emden erwartete RWE ein Aufsteiger in die Regionalliga. Im Gepäck die Ex-Erfurter Oliver Glöden - jetzt sogar Kapitän der Emdener - und John van Buskirk. Um es vorweg zu nehmen - beide spielten relativ unauffällig.

Der Emdener Trainer Fascher hatte seine Mannen auf Defensive eingestellt - und so wurde es für RWE ein echtes Geduldsspiel, den norddeutschen Deich zum Einsturz zu bringen, sprich zu Toren zu kommen. RWE begann von Beginn an druckvoll und man merkte der Mannschaft an, dass sie auch dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte.

Kein Durchkommen gegen die Emdener Abwehr

Aber wie eine Flut gegen den Deich - alles prallte immer wieder ab. Gute und sehr gute Chancen verstrichen ungenutzt in der ersten Halbzeit - ob es Pavel David mit einem Fallrückzieher probierte (14. Minute) oder mit einem satten Schuss aufs Tor (23.). Auffallend bei RWE: Die Standards wirkten diesmal relativ harmlos und wurden leichtfertig vergeben.

In der zweiten Halbzeit spielte RWE weiter mit dem höheren Druck aber wieder wie gegen eine Wand. Jeder Angriff prallte ab oder wurde durch die teilweise sehr rustikal spielenden Emdener mit Foulspiel unterbunden. Das verschaffte RWE jedoch eine Vielzahl von Freistossmöglichkeiten - nur zündende Ideen hatten die Jungs da heute nicht. Auch Eckbälle wurden erkämpft. Weder David (53.) noch der eingewechselte Anicic (60.) konnten jedoch etwas Zählbares daraus machen.

In der ersten Halbzeit musste Kapitän Hebestreit auch noch mit einer Hüftprellung ausgewechselt werden - für ihn kam Robert Fischer. Und "Fisch" hatte auch die Riesenchance zum Führungstreffer auf dem Stiefel. Nach präziser Hereingabe von Rico Kühne steht er allein vor dem Torwart und setzt den Volleyschuss aus etwa acht Metern über die Latte.

Nun war etwas die Luft raus bei RWE und man musste bei einigen Gästekontern aufpassen, dass man nicht noch in Rückstand geriet. Nachdem bereits in der 9. Minute ein Gästeschuss vor der Torlinie abgeblockt wurde, waren es nun Siedschlag (70.) und Grgic, die Ratajczak zu tollen Paraden zwangen. Auf "Ratta" war heute bei den wenigen Gästeaktivitäten absolut Verlass.

Die 92. Spielminute

Alles hatte sich nun schon auf ein 0:0 eingestellt. Im weiten Rund schauten alle auf die Uhr und erwarteten den Abpfiff. Noch einmal RWE-Angriff, wieder Foulspiel der Emdener. Während Holst, Gruev und Kühne noch diskutieren, wie man den Freistoss wohl schießen könnte, sagt sich Henry Onwuzuruike wohl "Das dauert mir zu lange" und schiebt den Ball einfach quer zu Schnetzler. Der vollführt einen Pressschlag mit einem Emdener - eigentlich war der Ball schon wieder verloren - und spielt mit dem Außenrist in die Gasse zu Brunnemann, der im Strafraum mutterseelenallein steht. Björn hämmert ohne zu überlegen aufs Tor und trifft - 1:0 für RWE - und das in der 92. Minute.

Das Steigerwaldstadion steht Kopf, 3 000 Zuschauer toben in einer Mischung aus Jubel, Erleichterung - und alles hat nur ein Wort: "WAHNSINN". Wieder einmal dieser Brunnemann - der Mann für die wichtigen RWE-Tore. Anscheinend kann Papawerden nicht nur anstrengend sein, sondern auch Kräfte freisetzen. Neben Björn Brunnemann hat auch Rico Kühne in seinem ersten vollen Pflichtspiel eine gute Partie in der Viererkette geboten, so dass ihn der Kicker gleich in die Elf des Tages aufnehmen sollte.

Nach diesem Herzkasperspiel - dem zweiten nach Köln II zum Auftakt - kann man sagen: Im Steigerwald ist immer was los, wenn RWE spielt.

 

Text:   Ronald Rychlewski

 

Fotos:   Lars Rommel

 

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