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Samstag, 3. September 2005, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 7. Spieltag

VfB Lübeck

2:1

(1:0)

FC Rot-Weiß Erfurt

-

1:0 Dogan 

 

2:1 Möckel (Elfm.) 

1'

49'

90'

 

 1:1  Brunnemann 

Lohmühle, Lübeck

Kapazität

:

17 869

Zuschauer

:

6 000

Gästefans

:

200

>> Panorama-Foto <<

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Erste und letzte Minute entschieden

Beim Tabellenführer VfB Lübeck hätten sich die Rot-Weißen nach 90 Minuten eigentlich einen Punkt verdient gehabt. Doch - wie es im Fußball manchmal ist - ging ihnen kurz vor Schluss der eine Zähler noch durch die Lappen.

 

 

Unbeeindruckt von der langen Strecke - insgesamt waren schließlich rund 1000 Kilometer zu bewältigen - und den horrenden Spritpreisen von bis zu 1,60 Euro machten sich an diesem Tag rund 200 Erfurter auf den Weg, um den RWE beim Spitzenreiter VfB Lübeck zu unterstützen. Auch vier Werrataler Jungs wollten mit dabei sein. Um Punkt 6.30 Uhr setzten sich Sandro, Lars und ich deshalb bei Ronald ins Auto, um das Unternehmen "Auswärtspunkt" anzugehen.

 

Nachdem man auf der Strecke in einige Staus geriet und an der Raststätte mit einer außergewöhnlichen Spezies Mensch vertraut gemacht wurde (leicht betagt, uralter Opel Vectra, Subwoofer im Kofferraum - aber Hauptsache Schlips), kam man gerade noch pünktlich an der Lübecker Lohmühle an. Von ausverkaufter Hütte konnte man nach Betreten des eckigen Runds allerdings nicht sprechen. Nur 6000 Grün-Weiße fanden den Weg ins Stadion. "Die anderen sind bei dem Wetter wohl heute alle zum Baden gegangen" versuchte Danilo, Erklärungen zu suchen. Wohl wahr - mit allerbestem Fußballwetter wurde man heute in Lübeck verwöhnt.

 

RWE gleich zu Beginn kalt erwischt

 

Kaum hatte das Spiel richtig begonnen, war es jedoch vorbei mit der guten Laune. Wir schreiben die 1. Spielminute, da köpft Dogan die Lübecker nach einer Ecke bereits in Führung. "Fängt das denn schon wieder an?", konnte man sich da fragen. Keine Minute später zappelt der Ball jedenfalls schon zum 2:0 im Erfurter Netz. Doch Schiedsrichter Henschel hat aufgepasst und gibt den Treffer nicht.

 

Nach diesem Schock finden die Erfurter nur schwer ins Spiel. Zu viele Zweikämpfe gehen an den Gegner. Das Spiel nach vorne findet - abgesehen von einem Onwuzuruike-Schuss (10.) - nicht statt. Das ändert sich erst kurz vor der Pause. In Spielminute 35 nämlich hat David die dickste Chance, den Ausgleichstreffer zu erzielen. Nach einem Freistoß wird seine Abnahme gerade noch auf der Linie geklärt - beim Abpraller bleibt der Tscheche jedoch einfach im Strafraum liegen. 

 

Nur vier Minuten später hat der Goalgetter der letzten Saison erneut das 1:1 auf dem Fuß. Aus spitzem Winkel trifft er nur den Außenpfosten. Ein Schuss von Brunnemann in der 42. Minute fliegt knapp am Tor vorbei. Die Druckphase bleibt also unbelohnt - mit einem 0:1-Rückstand geht es in die Pause.

 

Immer dieser Brunnemann

 

Bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff versetzt der Blondschopf die RWE-Fans jedoch in grenzenlosen Jubel. Von links hämmert Brunnemann einen Abpraller zum 1:1 in die Maschen und bringt den FC Rot-Weiß damit zurück ins Spiel. Ein verdienter Punktgewinn scheint jetzt zum Greifen nahe. Nur fünf Minuten später stockt den RWE-Anhängern jedoch schon wieder der Atem. Der Ex-Erfurter Enrico Neitzel spielt den unsicher wirkenden Ratajczak aus und verfehlt das leer stehende Gehäuse nur knapp. Der "Chancentod" trifft von rechts das Außennetz.

 

In der Folgezeit kommen die Rot-Weißen kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus, lassen sich regelrecht hinten einschnüren. In der 68. Minute bringt aber ein plötzlicher Konter den RWE wie aus heiterem Himmel in Führung. Hebestreit köpft den Ball ins Tor - der Linienrichter entscheidet jedoch auf Abseits.

 

Bis zum Ende plätschert das Spiel vor sich hin. Eine Minute vor Schluss legt dann Kühne seinen Gegenspieler im Erfurter Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Henschel - an diesem Tag mit einer insgesamt desolaten Leistung - entscheidet auf Strafstoß. Möckel kann sicher verwandeln. Kurz nach dem Anstoß ist die Partie zu Ende und der RWE verliert mehr als unglücklich einen sicher geglaubten Punkt auf der Lohmühle. Glück und Pech können im Fußball eben manchmal sehr eng beieinander liegen ...

 

 

 

Text/Fotos:   Robert Nößler

 

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