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Dienstag, 18. April 2006, 19.00 Uhr

Regionalliga Nord, 24. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

1:1

(0:0)

Werder Bremen II

-

1:0 Holst 

83'

 

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

4 464

Gästefans

:

10

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Wichtiger Sieg im Nachholspiel

Kaum den Ausgleichsschock in letzter Minute gegen Münster verdaut, ging es drei Tage später wieder zu einem "Abstiegsendspiel" ins Steigerwaldstadion. Als Gegner an diesem Dienstagabend nach Ostern wurde die zweite Mannschaft von Werder Bremen empfangen, die vor dem Spiel zwei Punkte mehr als RWE aufzuweisen hatte.

Gegen 17 Uhr fuhr ich nach Breitungen, um Sandro, Lars und Christopher abzuholen, dann ging es ab Richtung Erfurt. Schon auf der Fahrt ging mir durch den Kopf: "Was wird das heut wohl für ein Gurkenspiel werden, von dem ich bei meinem Debüt als Berichteschreiber erzählen kann. Na ja, wir werden sehn..." Im Stadion angekommen hieß es für Sandro und Lars erst einmal die Fanclubfahne am Zaum zu befestigen. Nach diesem Ritual fieberten wir dem Spiel entgegen.

Die erste positive Überraschung war das gut gefüllte Stadion. 4.464 Zuschauer an einem Dienstagabend gegen die Reserve von Werder, man merkt, der Abstiegskampf geht in die heiße Phase. Die zweite positive Überraschung war, dass Schnetzler nach seiner langen Verletzung wieder in der Startelf stand. Das war's dann aber auch erst mal mit Erfreulichem. Das Spiel war in der ersten Halbzeit total zerfahren, man merkte unseren Jungs die große Verunsicherung an.

Einsatz und Wille vorhanden

Werder hatte in zwei dicke Gelegenheiten in Führung zu gehen, einmal schoss Roggenbach da Silva eine flache Eingabe weit übers Tor, dann musste David nach einem Eckball den Ball von der Torlinie köpfen. Mit 0:0 ging es in die Pause. Christopher und ich waren uns bei der Halbzeitanalyse einig, dass außer Einsatz und Wille nicht viel an ein gutes Fußballspiel erinnerte. Die Mannschaft wurde von den Zuschauern jedoch nicht ausgepfiffen, jeder scheint kapiert zu haben dass der Kader nicht mehr hergibt und dass in der jetzigen Situation einzig und allein die Punkte zählen.

In der zweiten Halbzeit spielte RWE etwas befreiter auf. Mit langen Bällen aus der Abwehr wurden die Stürmer gesucht. Von "Kampfschwein" Brunnemann angetrieben, drängte RWE jetzt auf das Führungstor. Brunnenmann selbst vergab dabei zwei gute Chancen. Ein mal traf er den Pfosten, dann schoss er ne flache Eingabe völlig freistehend neben das Tor. 

Minuten des Bangens

Dann die 83. Minute, Verteidiger Matthias Holst zog von der Strafraumgrenze ab und der Ball schlug rechts oben im Winkel ein. Grenzenloser Jubel bei den Fans nach diesem Traumtor und gleichzeitig die Angst, nur jetzt nicht wieder den Ausgleich kassieren wie gegen Münster. Doch diesmal ging alles gut, der Schlusspfiff erlöste uns und wir verließen erst einmal die Abstiegsränge.

Auch wenn es kein schönes Spiel war, heute zählte nur der Sieg. Nach dem Spiel merkte man am Jubel von Trainer Pavel Dotchev und den Spielern was für Zentnerlasten von jedem abfielen. Hinter der Tribüne dann noch ein kurzes Hallo mit Erich und Ronald vom Fanclub und dann ging es wieder ab nach hause.

Mit dem gecharterten Reisebus kann unser Fanclub am Samstag nun voller Hoffnung zum Tabellenletzten nach Chemnitz fahren. Zusammen mit 1.500 anderen RWE-Fans wollen wir dann den ersten Auswärtssieg unserer Mannschaft bejubeln. Wenn nicht in Chemnitz, wann dann?

Text:  Frank Malsch