WERRATALER JUNGS ONLINE |
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Endlich der erste Auswärts-Dreier ! Ein frostiger Februarsamstag in Südthüringen, kurz nach 6 Uhr. Fast alles schläft noch. Nur eine handvoll übermüdeter, in rot-weiße Tracht gekleideter Gestalten setzt sich in einen rustikalen Renault 19 und macht eine kleine Reise gen Norden. Ihr Ziel: Emden in Ostfriesland. Was keiner der fünf zu diesem Zeitpunkt weiß: Tore wird es heute nicht zu sehen geben. Doch das ist ihnen egal. Um beim ersten Spiel des RWE in der Otto-Waalkes-Stadt dabei zu sein, nehmen sie schon mal 1000 Kilometer an einem Tag auf sich. Wichtig bei so einer Fahrt ist vor allem das richtige Frühstück. Noch bevor das Ortsschild ihres Heimatorts passiert wurde, wird das erste Pils seines Verschlusses entledigt. Ein Raunen geht durchs Auto. Wir schreiben viertel nach sechs.
In der Nähe des Binnenhafens ist schnell ein Parkplatz gefunden. Und so geht es auf Erkundungsreise "Zwischen beiden Märkten". Der Baustil ist eigenwillig, weiß aber zu gefallen. Alles erinnert hier schon an Holland, das nur wenige Kilometer weiter westlich anfängt. Groningen ist die nächste große Stadt - einen RWE-Fan brauchst du nicht zwei mal zu fragen, was er mit dieser Stadt verbindet. Doppelmatjes aufs Brot Nachdem die Rademacherstraße in der Nähe des neuen Markts passiert wurde, trifft man dann, absolut zufällig, Fanclubmitglied Peter Rademacher in der Innenstadt. Einen Tag vorher angereist, hatte er noch Zeit, die Gegend zu erkunden. Kurzerhand entschließt man sich, irgendwo zum Mittagessen einzukehren. Während es Sandro und Nico auf Tipp eines freundlich grinsenden, fahrradfahrenden BSV-Fans ("Ihr habt bestimmt noch Hunger vorm Spiel !?!") in die nahegelegene Pizza-Spelunke "Pasta e Basta" zieht, machen es sich die anderen vier in der "Nordseewelle" gegenüber gemütlich. Bei "Wikingerteller" sowie "Schwarzbrot mit Doppelmatjes" kommt man zu Kräften. Beim Blick auf den Stadtplan werden die zwei Sehenswürdigkeiten der Stadt ausgemacht. "Dat Otto Huus" und die weltberühmte Kesselschleuse. Nichts wie hin also. Doch als man das Otto-Haus entern will, muss man leider erfahren, dass das nur von März bis Dezember geöffnet hat. Die Lust, sich dann noch an der Kesselschleuse zu ergötzen, hält sich bei Römü, Sandro und Nico in Grenzen - zum Ärger der anderen beiden "Kulturbegeisterten". So geht's eine Stunde vor Anpfiff zum Stadion. Dort wird im Auto noch ein bisschen gekesselt, ehe man sich auf den Weg in die "Embdena-Arena" macht. Ein besserer Sportplatz erwartet den Gast in der Emsstadt. Die Haupttribüne mit einigen hundert Sitzplätzen in der Mitte und dem Heimblock rechts daneben hat diesen Namen eigentlich nicht verdient. Auf der Gegenseite und hinter den Toren laden einige Stufen zum gemütlichen Stehen ein. Wenigstens ist man nah dran am Spielfeld. Im Gästeblock finden sich knapp 100 Rot-Weiße ein. Wenn man bedenkt, dass am Mittwoch um 15 Uhr noch rund 80 den Weg nach Hamburg gefunden haben, ist das schon ziemlich dürftig. Man ist wieder mal unter sich im Gästeblock. Solide Leistung Im Gegensatz zum Mittwochs-0:3 darf diesmal aber immerhin ein Punkt gefeiert werden. Die 90 Minuten sprühen nicht gerade vor Höhepunkten, machen aber einmal mehr deutlich, dass Pavel Dotchevs Truppe noch einen schweren Weg bis zum Klassenerhalt vor sich hat. Leistungsmäßig ist man mit den Emdenern in etwa gleichauf. Obwohl mit David (Gelbsperre) und Schnetzler (Verletzung) zwei Stammspieler fehlen, präsentiert sich die Mannschaft geschlossen. Beim Warmmachen der elf Akteure hatten Sandro und Peter schon Schlimmes geahnt...
Auch die Werrataler Jungs. Direkt nach Spielende geht es für sie ab Richtung Heimat. Nachdem noch einige Grill-Burger verzehrt sind, debattieren sie noch über Nahrungsmittel, die nach Städten benannt sind und verfolgen die Olympia-Entscheidung im Vierer-Bob im Auto über ihr Mobiltelefon. Elftes Gold für Deutschland - dritter Auswärtspunkt für den RWE. Aber drei Punkte sind ja schließlich auch wie ein Sieg... Text/Fotos: Robert Nößler zur Bildergalerie von der Autofahrt >> - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
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