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Samstag, 11. März 2006, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 27. Spieltag

Fortuna Düsseldorf

3:2

(0:1)

FC Rot-Weiß Erfurt

-

 

1:1 Lambertz

2:1 Podszus

 

3:2 Heeren (Elfm.)

28'

71'

77'

78'

93'

 0:1 Brunnemann

 

 

 2:2 Brunnemann

LTU-Arena, Düsseldorf

Kapazität

:

52 000

Zuschauer

:

5 198

Gästefans

:

500

>> Panorama-Foto <<

 

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Skandal-Elfmeter raubt RWE einen Punkt

Nach (sehr) kurzer Nacht hieß es für unseren Schatzmeister Lars an diese Samstag um 5 Uhr in der Früh: Aufstehen, Bier einpacken und auf zum Bahnhof - mit dem Bus der Eisenacher ging es für ihn nach Düsseldorf. Hier berichtete er über die Ereignisse des Tages. 

Auch Samstag früh um dreiviertel 6 kann sich die Bahn schon über fünf Fahrgäste freuen - einer davon war heute morgen ich. So fuhr ich dahin und dachte: Naja, in Salzungen werden noch der Marco, der Timo und vielleicht der ein oder andere Nicht-RWE-Fahrgast zusteigen...

Doch schnell war es mit der Beschaulichkeit in der Regionalbahn Meiningen-Eisenach vorbei. Neben Marco und Timo stiegen noch ca. 20 Punks und drei Polizisten ein – frühs um kurz vor 6. Der Grund: In Salzungen hatte "3. Wahl" gespielt und die Punks haben halt die Nacht durchgemacht.

In Eisenach angekommen, hieß es erst mal Fußmarsch bis zur Assmann-Halle und dort hieß es dann warten auf die anderen und auf den Bus der Eisenacher, mit dem es nach Düsseldorf gehen sollte (und dabei noch zwei betrunkenen Schwulen in schwarzen Lederklamotten beim Weltrekordversuch im Dauerknutschen in einer Parkplatzeinfahrt zugucken). Um 8 ging es dann endlich los (auch mit Feldi und Nico, die demnächst in den Fanclub eintreten) Richtung Düsseldorf und es wurde die eine oder andere Hopfenkaltschale verzehrt.

Eine denkwürdige Partie

In der LTU-Arena angekommen, staunte man nicht schlecht über die 5.198 Zuschauer (10 % Auslastung – deswegen sind auch die Sitze bunt, damit es nach mehr aussieht), die dem Spiel entgegen fieberten und dann auch ein denkwürdiges Spiel sahen.

Die Anfangsphase war sehr ausgeglichen mit kleineren Chancen auf beiden Seiten. Erfurt versteckte sich nicht und ließ sich nichts von seiner Auswärtsschwäche anmerken - und kam in der 28. Minute nach schönem Doppelpass zwischen Brunnemann und Hebestreit zur verdienten 0:1-Führung durch Brunnemann. Die restliche Zeit der ersten Hälfte verlief ähnlich wie vor dem 0:1: ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. So ging es dann, sehr zur Freude der überraschten ca. 500 mitgereisten Erfurter, mit 0:1 in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff durften die Erfurter erneut jubeln: Kühne hatte nach einer Ecke den Ball im Tor versenkt - Schiedsrichter Schössling hatte eine Behinderung von Hebestreit am gegnerischen Torwart gesehen – eine äußerst zweifelhafte Entscheidung. Von da an war Fortuna dann stärker und erarbeitete sich einige z.T. gute Chancen. Doch die Erfurter Führung hielt bis zur 71. Minute: Orlishausen hielt gegen Melunovic und der Ball fiel Bertram vor die Füße - dieser jedoch war geschockt oder irritiert (oder schlicht und einfach eingeschlafen) und schlug den Ball nicht weg. Lambertz kam, nahm sich die Kugel und schob zum 1:1 ein.

Fortuna kippt das Spiel 

Durch dieses gegen Tor war Erfurt nun total verunsichert, begann in der Abwehr zu "schwimmen" und konnte sich nicht mehr befreien. Folgerichtig traf in der 77. Minute Podzus nach einer Flanke per Kopf zum 2:1. Die mitgereisten Erfurter waren sichtlich enttäuscht und befürchteten einen für Erfurter Auswärtsspiele typischen Spielausgang. Doch bereits zwei Minuten später gab es wieder jede Menge Grund zum jubeln. 

Brunnemann war rechts frei durch und setzte aus spitzen Winkel zu einem Sonntags-Schuss an – Deuß war zwar noch dran, konnte aber nicht verhindern, dass der Ball oben im langen Eck einschlug und Brunnemann sich so seine erste Nominierung zum "Tor der Woche" verdiente. Danach kam es zum offenen Schlagabtausch mit guten Chancen auf beiden Seiten.

So war es in der 81. Minute David der aus ähnlicher Situation wie zuvor Brunnemann nur das Außennetz traf. Aber auch Orlishausen musste das ein oder andere Mal eingreifen. In der Nachspielzeit (drei Minuten waren angezeigt) forderten die Erfurter den Abpfiff - und in der 95. Minute pfiff Schößling dann endlich – aber nicht ab, sondern einen lächerlichen Elfmeter für Düsseldorf - den Heeren souverän zum 3:2 verwandelte.

Platzsturm durch Konstruktionsfehler

Die Erfurter Fans waren außer sich ob dieser Entscheidung – vollkommen zurecht. Doch jetzt machte sich ein "Konstruktionsfehler" der LTU-Arena bemerkbar: "Gibt's hier eigentlich keine Zäune???" Die Erfurter stürmten das Spielfeld, doch es blieb weitestgehend friedlich und auch die Polizei ließ die Schlagstöcke zumeist im Halfter - während die nicht "stürmungswilligen" Erfurter auf den Plätzen blieben, Fotos schossen und "Fußballmafia DFB"  sowie "Hoyzer, Hoyzer" skandierten.

Nachdem sich die Lage etwas beruhigt hatte, ging es zurück zu den Bussen, ne "Hülse" aufmachen und noch ein bisschen diskutieren. Auf der Heimfahrt (für die der Busfahrer unverständlicher Weise eine andere Route wählte) standen wir natürlich auch gleich im Stau – wegen Baumfällarbeiten auf der Autobahn - an einem Samstag bei Schneesturm ?! Eben jener Schneesturm hat auch die weitere Heimreise verlangsamt, so dass ich mich innerlich schon auf den 23.10-Zug eingestellt hatte. Doch am Bahnhof angekommen: Der Zug hatte 20 Minuten Verspätung, schnell zum Gleis 4, doch da stand kein Zug Richtung Salzungen/Meiningen...

Wieder in die Halle laufend, spitzte Timo seine Ohren: "Hier steht er, ich hör 'en" (auf Gleis 2) - eingestiegen und gleich abgefahren: Schwein gehabt! Timo hat mich dann auch erst mal über den Fahrplan aufgeklärt: Das war der letzte Zug, der mich bis nach Breitungen gebracht hätte - der nächste hätte in Salzungen Endstation gehabt.

Fazit: Wir haben in Düsseldorf einen starken RWE gesehen, der außer den sechs Minuten mit zwei Gegentoren nichts von seiner Auswärtsschwäche gezeigt hat und dem "kurz  nach Schluss" noch der sicher geglaubte Punkt geklaut wurde. Auf eine solche Leistung kann man aufbauen und es besteht weiterhin Hoffnung, dass der RWE diese Saison doch noch einen Auswärtssieg holt...

Anmerkung: Die Stiftung Warentest hätte die LTU-Arena wohl mit "sehr gut" bewertet. "Im Falle einer Panik ist es kein Problem auf das Spielfeld zu flüchten...

Text/Fotos:  Lars Rommel

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