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Samstag, 25. März 2006, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 29. Spieltag

Wuppertaler SV

1:0

(0:0)

FC Rot-Weiß Erfurt

-

1:0 Bayertz (Elfm.)

90'

 

Stadion am Zoo, Wuppertal

Kapazität

:

28 300

Zuschauer

:

1 722

Gästefans

:

250

 

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 

 

Wieder kurz vor Ende um Punkt gebracht

Am 25. März trat der FC Rot-Weiß Erfurt zum Auswärtsspiel beim Wuppertaler SV Borussia an. Und nach auswärts eher durchwachsenen Leistungen und null Auswärtssiegen auf dem Konto war es nun an der Zeit, endlich drei Punkte in der Fremde einzufahren.

Der Presse war vor dem Spiel zu entnehmen, dass Trainer Dotchev offensiv aufstellen und auf Sieg spielen will. Leider konnte man diese Aussage vor beinahe jedem Spiel in diesem Jahr lesen. Gebracht hatte es bis dato eher wenig. Aber irgendwann musste es ja mal klappen mit dem Auswärts-Dreier.

Auch Sandro, Christopher, Björn, Daniel und Anne wollten das Spiel im "Stadion am Zoo" nicht verpassen. Nachdem man in Sandros Küche noch schnell ein Brötchen zu sich nahm (welches der Präsident im Übrigen persönlich beim Bäcker holte) und das Bier in Christophers Auto verstaute, ging es pünktlich um 9 Uhr nach Wuppertal. Auf der Fahrt wurde dann traditionell das ein oder andere Bier getrunken.

In Wuppertal angekommen, begleitete uns die freundliche Polizei (Eigenlob stinkt! Anm. d. Red.) auf den Gäste-Parkplatz. Hier wurde noch schnell ein Bier getrunken und zwei Junioren-Mannschaften beim kicken auf einem Hartplatz zugeschaut.

Dann begaben wir uns ins Stadion. Dieses machte, abgesehen von der neuen Haupttribüne, einen eher rustikalen Eindruck. Dazu kam eine verhältnismäßig schlechte Sicht, da sich zwischen der Kurve und dem Spielfeld noch eine Laufbahn und eine 10-Meter-Betonwand erstreckten. Der Architekt hatte bei der Planung des Stadions wahrscheinlich getrunken. Auch das Zuschauerinteresse ließ zu wünschen übrig. Nur 1.722 Fans, darunter knapp 250 Erfurter, fanden den Weg ins Stadion und warteten auf den Anpfiff.

Niveauarme erste Hälfte

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. In einer niveauarmen Partie hatte Brunnemann direkt nach dem Anstoß die erste Chance für Erfurt, vergab diese jedoch. Danach passierte lange Zeit gar nichts. Erst Mitte der ersten Hälfte kam es wieder zu Chancen. Wuppertals Heinzmann und Erfurts Brunnemann scheiterten aber jeweils an den Keepern. Dies waren auch die letzten Szenen bis zur Pause. Eine Überlegenheit konnte sich keine Mannschaft herausspielen.

Wuppertal kam mit Schwung aus der Kabine und hatte durch Heinzmann zu Beginn der zweiten Hälfte zwei gute Gelegenheiten. Orlishausen und der Pfosten verhinderten jedoch eine Führung der Gastgeber. Auch Rot-Weiß spielte sich nun Chancen heraus. Erst scheiterte Pätz und dann konnte Wuppertals Keeper Maly mit einer Blitzreaktion Kumbelas Kopfball halten. Die größte Chance zur Führung hatte jedoch Brunnemann auf dem Fuß. Dieser bekam den Ball zugespielt und stand nun frei im Strafraum. Er konnte sich die Ecke schon heraussuchen und schoss dann kläglich über das Tor.

In den Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem angeblichen Handspiel von Pätz entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß. Bayertz ließ Orlishausen vom Punkt keine Chance. In der Nachspielzeit schoss Stark von der Strafraumgrenze auf das Tor der Wuppertaler und erzielte einen Treffer. Dieser wurde aber wegen Abseitsposition eines Erfurters nicht anerkannt. Kurz darauf wurde das Spiel abgepfiffen.

Verwunderung bei Brunne und Orle

Nach dem Spiel war die Enttäuschung, aber auch der Ärger bei den Fans entsprechend groß. Brunnemann und Orlishausen waren mutig, kamen noch in die Kurve und stellten sich den Fragen der Fans. Auch ihnen sah man die Enttäuschung deutlich an. Beide schauten jedoch etwas verwundert, als Christopher ihnen an den Kopf warf, dass Erfurts Zweite gegen diese Truppe heute gewonnen hätte. 

Mit einer weiteren Auswärts-Niederlage im Gepäck begaben wir uns nun wieder auf den Heimweg. Nach einem Zwischenstop bei Burger King beklagte sich Sandro den Rest der Fahrt über die ständig sinkende Trinkmoral seiner Vereinsmitglieder. Unserem Präsidenten blieb es zu einem späterem Zeitpunkt auch vorbehalten, die Regeln der Physik völlig neu zu definieren und uns mit seinem Wissen über die Zusammenhänge von Weg und Zeit zu begeistern. Als Christopher sich entschied die Fahrt nach Breitungen "über die Höfe" fortzusetzen und dazu sagte, dass diese Strecke kürzer sei, gab Sandro folgende Antwort: "Das kommt ganz auf die Uhrzeit an!".

Was meint er bloß damit? Ist die Welt zu bestimmten Uhrzeiten etwa kleiner? Ist Berlin nachts nur 20 km von Breitungen entfernt? Sollte man jetzt nur noch nachts fahren um Benzin zu sparen, da ja alles näher beieinander liegt? Alles Fragen, die unbeantwortet blieben. Aber Sandro hatte die Lacher auf seiner Seite und sorgte für humorvollen Abschluss dieser Auswärtsfahrt.

Text:  Björn Pauli