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Samstag, 1. April 2006, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 30. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

3:1

(1:1)

Bayer Leverkusen II

-

 

1:1 David

2:1 Brunnemann

3:1 Onwuzuruike 

32'

41'

47'

92'

 0:1 Tadic

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

3 637

Gästefans

:

0

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Erster Sieg im Jahr 2006

In einem nicht gerade hochklassigen Spiel gewann Erfurt vor 3.600 Fans im heimischen Steigerwald gegen die Reserve des Werksclubs aus Leverkusen. Trotz auffallend schwacher Bayer-Bubis vermochten es die Erfurter nicht, das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

Erfurt kam recht schnell ins Spiel. Gleich in der ersten Minute hatte Kumbela mit einem Bogenlampenkopfball die erste Chance, doch Leverkusens Torhüter konnte den Ball noch von der Linie kratzen. Nach einer Viertelstunde kam Brunne über rechts und flankte in die Mitte auf David. Dieser drückte den Ball mit dem Kopf jedoch nicht stark genug, so dass der Bayer-Goali auch diese Chance entschärfen konnte. 

Längst hätte man führen müssen, aber dann geschah, was viele befürchteten, aber niemand zu glauben wagte: Bayer Leverkusen ging in Führung durch einen langen Ball in der 32. Minute auf den schwer zu stellenden Tadic, der den Ball mit der Brust annahm, sich drehte und ins kurze Eck verwandelte.

Worst Case

Der "Worst Case" war eingetreten, das Publikum zu Recht sauer. Denn Erfurt war einfach zu schwach. Leverkusens Abwehr kam einem Hühnerhaufen gleich. Aber man vermochte nicht, daraus Kapital zu schlagen. Viel zu viele hohe Bälle. Kaum mal herausgespielte Chancen. Die Pässe waren oftmals zu ungenau. 

Doch die Mannschaft kam zurück. Erst probierte es Brunne mit einem Schuss aufs kurze Eck (34.) und dann patzte die Bayer-Abwehr erneut in der 41. Minute. Die Situation: Abschlag von Orlishausen über das gesamte Spielfeld, die Bayer-Akteure reagierten nicht und deren Torhüter kam zu spät raus. Nutznießer daraus war Brunne, der noch vor dem Goali an den Ball kam und zum mitgelaufenen David spitzelte, welcher easy ins leere Tor einschieben konnte. Mit 1:1 ging es auch in die Pause. Aber kurz zuvor hatte Kühne noch einen Freistoß aus 30m knapp neben das Tor gesetzt.

Die zweite Halbzeit begann perfekt für Rot-Weiß. Brunne nahm in der 47. einen langen Ball an der Strafraumgrenze mit der Brust an und vollzog einen geilen Volley-Drehschuss. Der Ball schlug links im Tor ein. Schönes Tor mit genialer Technik und zudem war dies die 2:1-Führung.

Das nächste Highlight

Das nächste Highlight des Spiels lies nicht lange auf sich warten. Im Mittelpunkt hierbei stand Jörn Nowak. Der gelernte Abwehrmann vollzog eine in sich einzigartige Rettungstat im eigenen Strafraum. Er hämmerte mit voller Wucht einen Ball an den eigenen Pfosten und so direkt in die Arme von Orle. Also ehrlich Jörn, es gibt unspektakulärere Mittel, einen Ball zu klären.

Das 2:1 zu verwalten war, siehe Herrn Nowak, viel zu unsicher. Und so hofften alle im weiten Rund, das endlich das 3:1 fallen würde, damit man die 3 Punkte sicher hat. Doch das Tor fiel nicht. Erst scheiterte Kumbela völlig allein vorm gegnerischen Torwart (60.), dann köpfte Onwuzuruike nach Flanke Davids vorbei (78.) und Hanke scheiterte in der 85. mit einem Schuss. 

Zu allem Überfluss verschoss Pavel David noch einen durch Kumbela herausgeholten Foulelfmeter (81.). Wo soll diese Abschlussschwäche noch enden? Längst hätte Bayer weit, ja ganz weit hinten liegen müssen. So lief man noch Gefahr, den Ausgleich zu fressen. Zum Beispiel durch einen Schuss in der 72. oder einen gefährlichen Kopfball in der 84., den Orle grad so über die Latte lenken konnte.

Die Schlussphase war noch mal recht chancenreich. Erst scheiterte Onwuzuruike (89.), dann Hanke per Kopf (90.), ehe ersterer nun doch endlich alles klar machte (92.). Konter über Anicic, der legte quer auf den mitgelaufenen Onwu, welcher völlig freistehend ins leere Tor einschieben konnte.

Fazit:

Das Beste waren die 3 Punkte. Aber spielerisch ließ es vor allem in der 1. HZ einiges zu wünschen übrig. Gegen die echt schwammige Bayer-Abwehr hätte mehr rausspringen müssen. Zudem war die Chancenverwertung wieder mal nicht befriedigend. Hätte das Spiel 5:1 geendet, hätte man wohl zufriedener sein können. Andere Mannschaften hätten Leverkusen in diesem Zustand wohl mit 7:0 nach Hause geschickt. Zudem zeigten einige Spieler nicht ihre gewohnte Leistung (Nowak, Bertram, Six), wodurch zusätzlich Gefahr aufkam.

Erfurt ist nun erst mal wieder von den Abstiegsrängen runter. Damit dies so bleibt, muss unbedingt gepunktet werden. Mit einem Punkt in Berlin kann man sicherlich leben. Der erste Away-Sieg wäre umso besser. Let's hope!

Text: Webtroll Alex (www.rot-weiss-erfurt.com)