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Samstag, 27. Mai 2006, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 38. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

0:1

(0:0)

SC Rot-Weiß Essen

-

 

51'

 0:1 Bilgin

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

7 025

Gästefans

:

400

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Ende gut, alles gut - oder...?

So richtig wollte vor dem letzten Spiel gegen Essen keiner daran glauben, dass der Klassenerhalt angesichts von drei Punkten und sieben Toren Vorsprung noch in Gefahr sein könnte. Und doch waren es am Ende nur vier Tore, die dem RWE den Klassenerhalt sicherten.

Eigentlich hätte ja schon ein gemütliches 0:0 gegen die aufstiegstrunkenen (und wohl auch sonst ziemlich "trunkenen") Essener gereicht, um aus eigener Kraft den Klassenerhalt klarzumachen. Aber wie so oft scheiterten unsere Jungs auch im letzten Spiel wieder an sich selbst, vergaben beste Chancen, um das Spiel heimzuschaukeln und sich mit einem Sieg aus dieser durchwachsenen "Übergangs-Saison" zu verabschieden.

Anstatt dessen gelang den Rot-Weißen aus der Ruhrpottstadt das Tor des Tages. Ihre einzige Chance des Spiels nutzten sie in der 51. Minute zum 1:0. Bilgin versetzte den rund 400 Mann starken Mob der Gäste in Euphorie - ansonsten war kaum Konstruktives aus Block 2 zu vernehmen.

Ständiger Blick aufs Handy

Für den Rest des Spiels war man so damit beschäftigt, sich dank moderner Technik über die Partien von Wattenscheid (in Emden) und Münster (bei Lev II) auf dem Laufenden zu halten. Da das Spiel im Steigerwald allerdings bis zum Abpfiff nur noch dahinplätscherte und es beim 0:1 blieb, bereitete einem der 3:1-Sieg der Münsteraner keine Sorgen mehr. Da hätte der FC RWE schon wie im Hinspiel gegen den SC RWE mit 0:5 untergehen müssen, um das eigentlich Unmögliche doch noch fertig zu bekommen. Von dem Spiel der Rand-Bochumer 09, die in Emden gar eine 0:1-Niederlage kassierten, ging an diesem Tag keine Gefahr mehr aus.

Nach Spielschluss konnte so traditionsgemäß von den 7.025 Erfurter Zuschauern der Platz gestürmt werden (nur gut, dass es keinen Stacheldraht mehr gibt!) - einige Essener wollten es ihnen gleichtun, wurden aber am Feiern einer kollektiven RWE-Party durch Einschreiten der Polizei gehindert. Schade eigentlich.

Alptraumhafte Augenblicke

Doch Freude über den Klassenerhalt wollte nach dem Spiel bei keinem so richtig aufkommen. Auch Pavel Dotchev bedauerte, nicht einfach "den Schalter umlegen zu können" - sprich zu feiern. Die 0:1-Niederlage war schließlich Spiegelbild einer verkorksten Saison, geprägt von vielen unglücklich verlorenen Spielen und einer Guiness-Buch-reifen Abschlussschwäche - um es mal grob zu umreißen. Von den Ecken, die immer halbhoch auf den kurzen Pfosten geschlagen werden und hundertprozentig beim Gegenspieler landen, bekommen RWE-Fans ja schon seit Monaten schlimme Alpträume.

Aber mehr als der Klassenerhalt war in diesem Jahr eben nicht drin - dass das Erreichen dieses Ziels mit der neuen, jungen Truppe kein Spaziergang werden würde, war allen vorher klar. Nachdem es auswärts immer wieder Niederlagen gehagelt hatte und zuletzt sogar die Heimstärke abhanden gekommen war, hatten viele schon fast die Hoffnung aufgegeben. Und am Ende reichte es doch - nicht zuletzt dank des Aufbäumens beim 5:1-Sieg beim letzten Auswärtsspiel in Wattenscheid (wenn sie wollen, dann können sie scheinbar Tore schießen...).

In die Zukunft geblickt

Die Mission der Saison ist erfüllt. Jetzt können neue Ziele gesteckt und in die Zukunft geblickt werden. Die Vertragsverlängerungen von Hebestreit, Schnetzler und Holst sind Zeichen dafür, dass sich allmählich wieder ein Stamm beim RWE entwickelt. Sollten Brunnemann und David tatsächlich gehalten werden können, kann man sogar von einem ganz ordentlichen Stamm sprechen, mit dem längerfristig die zweite Liga wieder angepeilt werden kann. Was natürlich noch fehlt, ist der berüchtigte Knipser. Aber ein Glücksgriff wie mit der Torfabrik Rene Müller vor drei Jahren gelingt leider nicht alle Tage...

Bei Diskussionen wie diesen ließ man den Tag mit einigen Freibieren hinter der Tribüne ausklingen und freute sich indes schon auf die fußballerischen Highlights des Sommers. Nein, nicht die Fußball WM. Der Fanclub wird natürlich wieder selbst bei zahlreichen Schoppenturnieren vom Werratal bis in die Rhön die Fußballschuhe schnüren. Und hoffentlich endlich sein erstes Turnier gewinnen. Man kann ja nur hoffen, dass wir nach einer solchen Saison voller Pleiten, Pech und Pannen das Torschießen selbst nicht verlernt haben...

Text/Fotos:  Robert Nößler

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