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Dienstag, 14. November 2005, 19.00 Uhr

Oddset-Thüringenpokal, Viertelfinale

FC Rot-Weiß Erfurt

2:4

n.E.

FC  Carl Zeiss Jena

-

Elfmeterschießen:

Brunnemann (X)

Kühne (O)

Schnetzler (X)

Holst  (O)

 

-

-

-

-

 Ziegner (X)

 Thielemann (O)

 Hähnge  (O)

 Hasse  (O)

 Manai (O)

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

10 926

Gästefans

:

1 500

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Unglückliches Aus im Elfmeterschießen

Nachdem Rot-Weiß das Punktspiel in Jena nach einer mehr als dürftigen Leistung mit 0:2 verlor, standen sich beide Mannschaften knapp zwei Wochen später erneut gegenüber. Doch diesmal wurde nicht um Punkte, sondern um den Einzug ins Halbfinale des ODDSET-Pokals gekämpft. 

Das Spiel fand auf heimischem Boden im Steigerwaldstadion statt. Gut für Rot-Weiß, denn alle Einnahmen blieben in Erfurt. Knapp 11.000 Zuschauer wollten sich dieses vorgezogene Thüringenpokal-Finale nicht entgehen lassen. Da durften auch die Werrataler Jungs nicht fehlen. Es war 17.30 Uhr als Lars und Sandro das Stadion betraten. Man wollte wohl auch das Vorprogramm mit der Band "The Megashakers" nicht verpassen. Björn und Christopher kamen etwas später hinzu.

Es war kalt an diesem Abend im Steigerwaldstadion und Lars klagte schon vor Spielbeginn, seinen großen Zeh nicht mehr zu spüren. Als Erfurt-Fan bleibt einem auch nichts erspart. Vom Spiel erhoffte man sich eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel in Jena. Trainer Dotchev musste allerdings auf einige Spieler verzichten, darunter auch David und Onwuzuruike.

Der Einsatz stimmt

Der Coach hatte von seiner Truppe mehr Einsatz gefordert und das zeigten die Spieler auch von Beginn an. Bereits nach zwei Sekunden gab der Schiedsrichter den ersten Freistoß für Jena, weil Hebestreit einen Zeiss-Spieler direkt nach dem Anstoß von den Beinen holte. Rot-Weiß wollte vieles besser machen als bei der 0:2-Schmach von Jena. Das Spiel wurde von Beginn an kontrolliert und eine erste Chance ergab sich nach zehn Minuten. Doch Hebestreit setzte den Ball knapp neben das Tor. Zwei Minuten später lief Anicic zum Freistoß an, doch sein Schuss landet nur am Pfosten.

Erfurt spielte weiter aggressiv und erarbeitete sich weitere Chancen. Doch Anicic (23.) und Schnetztler (30.) vergaben und ein Holst-Freistoß knallte nur an die Latte. Nach 36 Minuten hatte Carl-Zeiss die erste Chance, doch der völlig frei stehende Werner scheiterte am guten RWE-Keeper Orlishausen. Zur Pause stand es somit 0:0, obwohl es durchaus 2:0 für RWE hätte stehen können.

Nach der Pause bot sich den Fans das gleiche Bild wie in Hälfte eins: Erfurt spielbestimmend und der FCC in die eigene Hälfte gedrückt. Doch beste Chancen zur Führung wurden teils kläglich vergeben. Kacani wurde von der linken Seite mit einem flachen Pass fünf Meter vor das Tor bedient, traf aber den Ball nicht. Kurze Zeit später scheiterte er, allein vorm Tor stehend, an FCC-Keeper Person. Brunnemann, Kühne und Bertram vergaben weitere Chancen. Das Tor schien wie zugenagelt. Auf Seiten von Jena hatten Ziegner, Manai und Hähnge dicke Chancen zur Führung, doch Orlishausen konnte diese entschärfen.

Eine undankbare Sache

So kam es zur Verlängerung. Man merkte den Spielern natürlich an, dass die 90 Minuten zuvor viel Kraft gekostet hatten. Ein Schuss von Da Silva und ein Ziegner-Freistoß waren die einzig nennenswerten Aktionen, führten aber nicht zum Torerfolg. Es stand nach 120 gespielten Minuten somit immer noch 0:0, obwohl Rot-Weiß das Spiel aufgrund der dicken Chancen schon längst hätte gewinnen können. Doch nun musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Präsident Sandro hatte wohl schon eine Vorahnung und nannte das Elfmeterschießen "die undankbarste Sache, die es gibt".

Zunächst sah es gut aus für RWE: Ziegner, der immer wieder vom Erfurter Anhang (völlig zu Recht) ausgepfiffen wurde, trat für den FCC an, scheiterte jedoch am überragenden Orlishausen. Den ersten Elfer für die Landeshauptstädter wollte Brunnemann schießen. Bevor er dies tun konnte, schnappte sich FCC-Torwart Person den Ball und klatschte diesen auf Brunnemanns Brust. Was er dabei sagte, weiß wohl nur Brunnemann. Er legte sich jedenfalls den Ball zurecht, doch Person konnte parieren. Vielleicht hatte sich Brunnemann etwas einschüchtern lassen. 

Es kam, wie es kommen musste

Thielemann, Kühne und Hähnge trafen nun jeweils für ihre Clubs. Dann war Schnetzler an der Reihe, doch sein Schuss klatschte an die Unterkante der Latte. Ob der Ball hinter der Linie war oder nicht, konnte man nicht genau sagen. Schiedsrichter und Assistent waren sich jedoch einig, dass es kein Tor war. So kam es, wie es kommen musste. Die Zeiss-Spieler behielten die Nerven und verwandelten ihre Elfer und Erfurt verlor wieder gegen Jena, diesmal 2:4.

Dennoch war eine deutliche Steigerung bei der Mannschaft zu erkennen. Einzige Schwäche war die magere Torausbeute. Bei einer solchen Vielzahl an besten Chancen muss der Sieger eigentlich bereits nach 90 Minuten feststehen. So gingen die Werrataler Jungs nach über vier Stunden eisiger Kälte und leichtem Regen mit enttäuschten Gesichtern nach Hause. Etwas Gutes hat das Aus vielleicht doch. Nun kann sich Erfurt voll und ganz mit dem Liga-Alltag beschäftigen. Und da hat man ja bekanntlich genug zutun...

Text:  Björn Pauli

FotosLars Rommel

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