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Sonntag, 3. September 2006, 14.00 Uhr

Regionalliga Nord, 6. Spieltag

FC Rot-Weiß Erfurt

0:2

(0:1)

1. FC Dynamo Dresden

-

 

 

29'

89'

 0:1  Ulich

 0:2  Vorbeck

Steigerwaldstadion, Erfurt

Kapazität

:

20 000

Zuschauer

:

12 013

Gästefans

:

3 500

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Quo vadis, RWE ?

Nach nunmehr fünf Spieltagen kann man resümieren: Der Saisonstart ist für den RWE gründlich in die Hose gegangen. Nach vier Punkten aus den ersten beiden Spielen hagelte es nun mit einem 0:2 zu hause gegen Dresden die dritte Niederlage in Folge. 

Nach so einem Spiel fragt man sich schon, woran es denn liegt, dass es trotz neuer Spieler jedes Jahr das gleiche Bild ist beim RWE. Beste Chancen werden nicht genutzt, stattdessen kassiert man im Gegenzug dumme Tore. In wichtigen Spielen hat man oft das Gefühl, der Mannschaft ist gar nicht bewusst, um was es dabei geht. Und nicht zuletzt: Immer, aber auch wirklich immer kommen die Ecken (heute waren es gar derer acht!) auf den kurzen Pfosten, wo stets ein Gegenspieler wartet.

Die Fans

An den Fans kann es kaum gelegen haben. Gut 12.000 (davon rund 3.000 Dresdener) verirrten sich heute in den Steigerwald und zeigten einen guten, teilweise recht lauten, aber durchaus verbesserungswürdigen Support, der sich vor dem der Gäste jedenfalls nicht verstecken brauchte. Was die rot-weiße Choreo zum Anpfiff angeht kann man nur sagen: erste Sahne. Dieser Rückhalt durch die Fans scheint bei der Mannschaft jedoch gar nicht erst anzukommen...

Die Mannschaft

Gutes Stichwort: Mannschaft! Ja, elf Leute standen da schon auf dem Platz, aber von Struktur, Teamgeist und Zusammenspiel war leider nicht viel zu spüren. Ja, wir haben viele junge Leute, die machen ihre Fehler (Heller stand beim 0:1 durch Ulich in der 29. Minute zu weit weg vom Mann, Holst schoss beim 0:2 durch Vorbeck in der 89. schon wieder einen unglaublichen Bock). Aber wenn man vorne keine Tore schießt, kann man sich hinten nun mal keine Fehler erlauben. Heißt im Klartext: Entweder die Abwehr steht bombensicher oder die Stürmer sind in der Lage, auch aus wenigen guten Chancen Tore zu erzielen (im Idealfall natürlich beides). Beim RWE ist im Moment weder das eine noch das andere nicht der Fall...

Der Trainer

Kommen wir zum Fall Dotchev. Sicher steht auch der Trainer nach so einer Negativ-Serie (zwei Heimniederlagen in Folge gab es zuletzt unter René Müller in der 2. Liga - gegen Frankfurt und Köln wohlgemerkt) und solchen Spielen in der Kritik. Er bestimmt die Taktik, er bestimmt, wie und was trainiert wird. Es ist jedoch bedauerlich, dass er offensichtlich nicht in der Lage ist, Schwachstellen in seinem System zu erkennen, die Mannschaft richtig umzustellen, frühzeitig auf Rückstände zu reagieren. Nicht ganz zu Unrecht haben manche Zuschauer nach dem Spiel deshalb den Trainer zur Disposition gestellt. Es ist jedoch fraglich, ob ein neuer Trainer zum jetzigen Zeitpunkt wirklich die Wende bringt...

Die Erl Lösung

Es ist also klar, dass an allen Fronten Verbesserungen notwendig sind. Der Zusammenhalt unter den Fans ist in Ordnung, kann aber noch wachsen (ich denke da nur an die Aufstiegssaison 03/04). Die Mannschaft muss an sich arbeiten oder personell verstärkt werden (was in den vergangenen Tagen durch die Neuzugänge Frank und Stoppelkamp ja auch geschehen ist). Und nicht zuletzt muss der Trainer darüber nachdenken, woran es liegt, dass es fast immer nach ein und demselben Muster Niederlagen hagelt (und er sollte sich Kritik zu Herzen nehmen anstatt Niederlagen ständig schönzureden). "Irgendwann gewinnen wir auch wieder Spiele" - das kann sich zwar der Fan in der Südkurve nach so einem Spiel als Trost in den Bart flüstern, aber Pavel Dotchev sollte doch ein bisschen mehr einfallen als solche Phrasen!

P.S.: Zugegeben, nicht immer kommen die Ecken auf den kurzen Pfosten. Manchmal fliegen sie auch über die Köpfe der Spieler hinweg ins Seitenaus oder genau in die Arme des gegnerischen Torwarts...

Text/Fotos:  Robert Nößler

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