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- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - RWE punktet am Kiez Fußball ist auf St. Pauli Nebensache. Am Millerntor geht es in erster Linie um das Feiern von sich selbst, dem daraus gemachten Kult und das Gefühl, auch mal (oder als Heimfan möglichst immer) dabei gewesen zu sein. Mit
normalen Sinndeutungen ist das Phänomen FC St. Pauli nämlich nicht zu
erklären: 18.167 Zuschauer bei einem Regionalligaspiel, davon knapp 800
Gäste, denen ein Anreiseweg von rund 500 km an einem Freitag nichts
ausmacht. Trotz allem: Mehr als die 4.000 Leute die zu unseren normalen
Spielen kommen, sind auch am Millerntor keine richtigen Fans…
Die Hinfahrt artete wie bei Busfahrten üblich bereits aus. Einige Besatzungsmitglieder waren bereits hackevoll, als man noch nicht mal in Göttingen war. Übermäßiger Biergenuss führte dazu, dass wie auch schon bei der Fahrt nach Berlin ständig Pinkelpause gemacht werden mussten (alle gute halbe Stunde). Diese erhöhte Anzahl an Stopps führte auch dazu, dass man mal wieder zu spät kam zum Spiel, was für mich ein absolut inakzeptabler Fakt ist. Ich schaffte es zwar pünktlich zum Anstoß, was jedoch nur an meiner guten Kondition lag und dem Fakt, dass es mir nichts ausmachte, mich unter die sinnlosen einheimischen Fans zu mischen. Bei den Schlangen am Gästeblock hätte man sicherlich (wie fast die komplette Busbesatzung) ca. 20 Minuten vom Spiel verpasst. Bei sehr lauer Stimmung im Stadion startete unser Team gut und kam auch durch Brunnemann, der eine Vorlage von Kumbela verwerten konnte, in Führung (13. Minute). Anschließend machte unsere Elf aber nicht genügend Druck und ließ wie üblich den Gegner kommen (ein Spitzenteam würde sich definitiv anders Verhalten – um einigen Optimisten mal wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen). Das führte dazu, dass St. Pauli noch vor der Pause den Ausgleich erzielen konnte. Halbzeit
zwei ist schnell erzählt: St. Pauli leicht feldüberlegen, allerdings
mit wenig Druck, Entschlossenheit und spielerischer Klasse vorm
gegnerischen Tor. Unser Team eher zurückhaltend mit der Hoffnung, das
Remis zu halten. Beide Teams hatten noch Möglichkeiten einen Dreier
perfekt zu machen, jedoch scheiterten aussichtsreich Luz für die
Hamburger und Kumbela (Kopfball an die Latte) für die Rot-Weißen. Am
Ende musste man die Punkteteilung als gerechtes Ergebnis ansehen. Rot
Weiß schaffte damit das zehnte Spiel in Folge ohne Niederlage. Nach dem Fußballspiel kam es dann zum Höhepunkt für die meisten der Mitgereisten: der Besuch des Kiez. Jeder machte nun mehr oder weniger sein Ding und hatte hoffentlich seinen Spaß. Als man gegen ein Uhr wieder gen Heimat reiste, waren die meisten allerdings schon derart betrunken, dass sie sofort in eine barmherzige Ohnmacht fielen. Einige andere waren noch trunkeslustig und ließen es weiter laufen. Busfahrer Jens schipperte uns ohne Probleme nach hause, so dass wir pünktlich zum Frühstück um sage und schreibe 8 (!) Uhr wieder in Breitungen eintrafen. Text: Christopher Pfaff Fotos: Frank Malsch / Lars Wiener Bildergalerie von Lars Wiener (externer Link) >> Bildergalerie von Frank Malsch >> - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
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